Filipina in TV Sendung We are Family

Der TV Sender Pro7 hat eine TV Serie die sich We are Family nennt. Diese Serie fällt ungefähr in die Kategorie Doku-Soap. Diese Woche wurde in 4 Teilen a´45 Minuten aus dem Leben einer Filipina in Deutschland berichtet.  Der Titel lautet “Ich will zurück in meine Heimat”.

Die Story in wenigen Worten:  Filipina 25 Jahre, verheiratet mit Mann 60 Jahre, 2 Kinder, hat grosses Heimweh auf die Philippinen. Dort war sie schon mehrere Jahre nicht mehr, angeblich aus finanziellen Gründen.

Im Teil 1 das grosse Klagen über Heimweh. Im Teil 2 die Entscheidungsfindung auf die Philippinen zu gehen. Im Teil 3 verlässt sie Mann und Kinder, fliegt auf die Philippinen und will sich dort Arbeit suchen. Ihre philippinische Familie reagiert sauer darauf, dass sie ihre Kinder zurück gelassen hat und im Teil 4 fliegt der Ehemann mit den Kids hinterher, sucht sie, findet sie und es gibt ein Happy End.

So weit, so gut. Eine Story wie sie durchaus denkbar ist aber auch wie sie Klischee des Pantoffelkinos bedient.

Zu sehen auf Pro7 im Internet unter Serien oder auf MyVideo.

Die deutsch-philippinische Community diskutiert in den einschlägigen Foren darüber und der überwiegende Tenor ist, dass es sich bei diesem Bericht um ein Fake handeln könnte. Die Personen sind zwar real existent, die Doku-Soap ist jedoch eindeutig erkennbar nach einem Skript abgedreht.

Zu viele einfach erkennbare handwerkliche Fehler sind vorhanden. Zum Beispiel auf einem Fußweg von 10 Metern ist das T-Shirt verschwitzt, trocken und wieder verschwitzt…..usw., teilweise wurde falsch übersetzt, vermutlich um die Dramaturgie zu steigern.

Die dt.-phil. Community ist auch sehr verärgert darüber, dass die Kinder verlassen wurden und während der späteren Dreharbeiten von den Eltern so beeinflusst wurden, dass sie traurig wurden und weinten. Dies ist vor allem im 4. Teil sehr leicht zu erkennen.

Es tauchen auch Fragen auf, weshalb erst kein Geld für ein Flugticket da ist, aber die Filipina dann auf einmal eines spontan kaufen kann und gleichzeitig noch ein zweites für eine sie begleitende Freundin.

Kurz darauf kann der Ehemann plötzlich auch ein Ticket für sich und die Kinder kaufen.

Dies wurde natürlich in einem Reisebüro gekauft obwohl diese Filipina selbst ein eigenes Reisebüro betreibt. Im Film wird auch suggeriert, sie sei schon bald 7 Jahre in Deutschland. Wie der Ehemann jedoch auf seiner Homepage schreibt, ist sie gerade mal 3,5 Jahre hier.

Ich persönlich finde das alles sehr befremdlich. Ich verstehe auch nicht, weshalb man seine Familie so in die Öffentlichkeit zerrt. Ich verstehe auch nicht, weshalb man sich selbst in dieser Form darstellt. Er läuft auf den Philippinen extrem schlecht und ungepflegt herum und sie sucht mit Goldkettchen und Goldringen am Finger eine Arbeit als Putzfrau für ein paar Peso, um auf den Philippinen Geld zu verdienen.

Im Grunde hätte die Story selbst natürlich schon das Potenzial eine Dokumentation mit Niveau zu sein. Aber es wurde leider eine durchschnittliche Doku-Soap daraus gemacht. Vielleicht meinen die Fernsehmacher es spricht  die Zielgruppe besser an.  Schade,  dass der Sender, den ich eigentlich mag, hier nicht mal Mittelmässigkeit errreicht.

Aber mögen die Leser des Philippinen Blog sich ihre eigene Meinung dazu bilden und sich die Videos anschauen.