Talking-Heads, Imelda M. und ein Musical

Na was eine Schlagzeile … das liest sich so, als würde David Bowie, im zugedröhnten Zustand mit Hilfe von Papierschnitzeln, auf die er zuvor ein paar Worte kritzelte, einen neuen Song komponieren. Aber alles falsch, außer den Initialen D.B. – wie das?

Der ehemalige Talking-Heads-Frontmann David Byrne hat das Schicksal der Diktatorengattin Imelda Marcos als Pop-Oper vertont. Mit ihren Schuhen will er allerdings nichts zu tun haben, wie der in New York lebende Musiker im Interview verrät.

Grammy-Preisträger David Byrne hat in seinen Projekten schon oft Kunst, Film und Musik zusammengeführt. Für den Soundtrack zu „Der letzte Kaiser“ wurde ihm 1988 sogar der Oscar verliehen. Nun veröffentlicht er zusammen mit Dance-Mogul Fatboy Slim sein wohl ambitioniertestes Werk: Auf seinem neuen Doppelalbum „Here Lies Love“ erzählt der ehemalige Sänger der Kultband Talking Heads die Geschichte der philippinischen Ex-First-Lady Imelda Marcos und ihrer früheren Nanny Estrella Cumpas.

Fünf Jahre hat Byrne an seinem neuen Werk gearbeitet und der Stoff gibt einiges her: Imelda Marcos wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Erst wurde sie Schönheitskönigin, dann die Ehefrau von Ferdinand Marcos, dem zehnten Präsidenten der Philippinen, mit dem sie bis zu seinem Tode 1989 verheiratet war. Als das Regime 1986 gestürzt wurde und die Familie ins Exil nach Hawaii flüchtete, offenbarte sich ihre Verschwendungssucht…

In einem Interview mit dem Focus beschreibt David Byrne die Entstehung und die Hintergründe seines Musicals, in dem nicht nur viele Artisten mit Rang und Namen mitwirken, sondern das auch hoch interessante Details offenbart:

„Menschen brauchen Märchen“

Ein empfehlenswertes Interview, obwohl aus 2010 …