Friedensabkommen mit der Moro Islamic Liberation Front

Vor wenigen Minuten unterzeichneten die philippinische Regierung mit der Moro Liberation Islamic Liberation Front (kurz MILF genannt) ein Friedensabkommen.

Beide Seiten setzen viel Hoffnung in diesen Vertrag, was sich schon alleine durch die Größe dieses Festaktes zeigt. Rund 1000 geladene Gäste sollen es sein. Darunter zum Beispiel der Premier von Malaysia, der auch per Unterschrift seine Unterstützung signalisiert, oder auch Vertreter der UNDP und Weltbank, die eine finanzielle Beteiligung bei technischer Förderung angekündigt hat.

Dieser Vertrag nennt sich Comprehensive Agreement of Bangsamoro (CAB) oder einfach auch nur Bangsamoro Law.

Bangsamoro nennen die Muslime das Gebiet im Sulu Archipel, auf welches sie ihren Anspruch erheben. Das sind Teile von Mindanao, Jolo usw.

Es handelt sich hier um rund 10 Prozent Landanteil der Philippinen. Der muslimische Bevölkerungsanteil beträgt etwa 10 Mio, was auch ungefähr 10 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmacht.

Im Bangsamoro Gebiet gibt es aber auch noch einzelne Gemeinden, mit überwiegend kath. Bevölkerung.

Das unterzeichnete Abkommen sieht vor, dass die von der MILF geforderte autonome Region nun weiter umgesetzt wird mit dem Ziel lokaler Wahlen bis  Mitte 2016.

Regierung und MILF wollen sich ab sofort als Partner verstehen und gemeinsam daran arbeiten. Für die Umsetzung dieser Ziele werden noch weitere Verhandlungen und Vereinbarungen erforderlich werden.

Historisch betrachtet ist es tatsächlich ja so, dass im 13. Jhd. arabische Händler in den Süden der Philippinen kamen, sich ansiedelten und diese Region muslimisch war.

Der Konflikt brach in den siebziger Jahren aus und kostete tausenden von Menschen das Leben. Zwischendurch gab es immer wieder Waffenstillstandsverträge und auch die Gründung einer autonomen Region. Diese wurde aber nie ernsthaft und nachhaltig umgesetzt, sondern endete in einer korrupten Vetternwirtschaft, weiteren blutigen Kämpfen und 2008 in heftigen militärischen Auseinandersetzungen unter der damaligen Präsidentin Arroyo.

Hoffen wir nun, dass es beiden Seiten gelingt, in einem friedlichen Miteinander auf den Philippinen zu leben. Ich persönlich denke jedoch, dass dieses Abkommen einigen örtlichen Warlords überhaupt nicht ins Konzept passt, nimmt es ihnen doch die Einnahmen weg, welche durch Überfälle, Plünderungen, Schutzgeld erzielt werden, unter dem Deckmantel politisch zu handeln.