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30 Jahre nach Marcos

30 Jahre nach Marcos

Der 25. Februar ist der Gedenktag anlässlich der EDSA Revolution in Manila.

Hunderttausende gingen 1986 auf die Straße, die sich EDSA nennt, um gegen Diktator Marcos zu demonstrieren.

Der dafür verantwortlich gemacht wird,  was aber offiziell nie bewiesen wurde, seinen Gegenkandidaten Sen.  Benigno Aquino Junior, hat ermorden zu lassen.

Marcos, der das Kriegsrecht verhängt hatte, um seine Gegner zu beseitigen, um die Armen in Viertel zu verdrängen, aus denen sie nicht raus durften, der demokratisch gewählte lokale Politiker absetzen ließ und verfolgte, der das Land plünderte und finanziell ausbluten ließ, dessen Witwe es doch tatsächlich nach ihrem Exil schaffte, in den Senat gewählt zu werden und die  in ihrer Einfältigkeit es heute tatsächlich fertig brachte, zu einer Messe in die Kirche zu gehen, die im Gedenken an die Opfer des Kriegsrechts abgehalten wurde. Anwesende meinten dazu nur, Imelda Marcos sei ziemlich dement und wisse wohl überhaupt nicht, woran sie heute früh teilgenommen hatte.

Noch heute, 30 Jahre nach Marcos, gibt es tatsächlich noch Menschen, die meinen unter seiner Diktatur sei alles besser gewesen. Die einfach nicht verstehen, was tatsächlich mit seinen Opfern passiert war.

Nach der Ermordung seines Gegenkandidaten 1983, bildete sich erheblicher Widerstand gegen Marcos. Und wenn man dann noch weiß, dass dieser Widerstand von Priestern unterstützt wurden, die deswegen sogar verurteilt wurden und mit dem Tode bedroht waren, versteht man eventuell auch etwas besser die Rolle und den Einfluss der Kirche insgesamt auf den Philippinen.

Die EDSA Revolution war somit das Finale eines mehrjährigen Kampfes der Filipinos gegen einen Diktator und endete damit, dass dieser von seinen politischen Freunden nach Hawaii ins Exil ausgeflogen wurde.

Es folgten Neuwahlen und es wurde Corazon Aquino, die Ehefrau des von Marcos ermordeten Benigno, zur Präsidentin gewählt.

Gleichwohl hatte sie es nicht geschafft, den Marcos Kriegsminister Enrile mit in die Verbannung zu schicken, sondern ihr blieb gar nichts anderes übrig, als diesen zu ihrem Vizepräsidenten zu machen. Er hatte das gesamte Militärgeflecht unter sich.

Versteht man diese Zusammenhänge, erkennt man auch, wie noch heute eine Gruppe von Clans und Familien die Fäden in der Hand haben und trotz aller Demokratie auf den Philippinen, im Hintergrund überhaupt keine Veränderungen wollen und nur ihre Machtpfründe und Einkünfte sichern.

inschrift-denkmal

Das Foto zeigt die Inschrift am Denkmal am Rizal Park, Luneta.

All Saints Day und All Souls Day

All Saints Day, Allerheiligen, am 01. November, und All Souls Day, Allerseelen, am 2. November, kann man auf den Philippinen schon auch als eine Art von Highlight bezeichnen, im familiären, sozialen und kirchlichen Leben und Alltag.

öffentlicher Friedhof

öffentlicher Friedhof

Dazu kommt dieses Jahr von Samstag auf Sonntag Halloween  und deswegen begannen die Partys auf den Friedhöfen bereits am 31. Oktober in den Nachmittagsstunden.

Ihr habt richtig gelesen, Partys. Die Familien treffen sich an den Gräbern ihrer Verstorbenen, sitzen zusammen, essen, trinken, spielen Karten, beten, singen. Also alles was man täglich so macht, jedoch werden die Toten mit einbezogen. Man gedenkt ihnen und lässt sie am Familienleben an diesen Tagen teilhaben.

privater Friedhof

privater Friedhof

Und dabei ist es egal, ob es sich um den öffentlichen, städtischen Friedhof handelt, wie man im oberen Foto sieht, oder um einen privaten luxuriösen Friedhof, wie auf dem Bild unten abgebildet.  Alle sind an diesen Tagen überfüllt.

 

 

 

Der 9. November auf den Philippinen

Der 9. November auf den Philippinen hat auch einen Eintrag in die Geschichtsbücher :

1965 wurde Marcos mit deutlicher Mehrheit regulär als Präsident gewählt,

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trat sein Amt im Dezember an, wurde später wiedergewählt und sicherte danach seine weitere Amtszeit durch Kriegsrecht als Diktator.

 

 

Philippinischer Unabhängigkeitstag

Der 12. Juni ist philippinischer Unabhängigkeitstag.

Im Jahr 2014 wird er zum 116. mal gefeiert.

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Was wird am Unabhängigkeitstag – Independence Day – gefeiert ?

Es ist die Unabhängigkeit von der spanischen Kolonialmacht im Jahre 1898. Aber, die nächsten standen ja bereits mit einem Bein auf den Inseln. Die Amerikaner. Denn die Philippinen gingen ihnen nahtlos in die politische Verantwortung über im Rahmen der Vereinbarungen nach dem spanisch-amerikanischen Krieg.

Ab 1899 wehrten sich immer wieder Teile auf den Philippinen gegen die neuen Besatzer und sie bekamen am 4. Juli 1946 tatsächlich die Unabhängigkeit. So steht es auf geduldigem Papier geschrieben.

Man einigte sich dann per Proklamation auf den 12. Juni als den offiziellen Tag, an welchem Independence gefeiert wird.

Wie wird der Unabhängigkeitstag gefeiert ?

Es ist ein Feiertag, an welchem die Behörden geschlossen sind. Shopping Malls sind aber geöffnet. Schulen machen Paraden. In Manila spricht der Präsident, es gibt einen 21 – Schuss Salut, das Militär marschiert zackig in Formation hin und her.

Wer arbeiten muss, bekommt einen Feiertagszuschlag.  Und der Rest macht sich einen schönen Tag.

 

Karfreitag auf den Philippinen

Die typische Berichterstattung zum Karfreitag auf den Philippinen, überlasse ich den stets schlecht informierten dt. Medien dieses Land betreffend.

Wir alle wissen inzwischen, dass es dort Veranstaltungen gibt, welche die Kreuzigungen nachspielen. Und wir wissen, dass diese jedes Jahr noch eines oben drauf setzen, um das vorige Jahr zu toppen, um noch mehr Schaulustige anzulocken oder um noch mehr Show  darzubieten. Und wir wissen alle, dass die katholische Kirche auf den Philippinen diese Kreuzigungen nicht für gut heißt.

Aber woher kommt diese Hörigkeit, Bindung oder Abhängigkeit in diesem Land zur Kirche ? Dazu müssen wir die Geschichte näher anschauen.

Bereits im 16. Jhd, kamen mit den Spaniern die Missionare. Die Spanier fingen an, eine Feudalherrschaft aufzubauen. Frei nach dem Motto, uns gehört das Land, wir verteilen es unter wenigen Großgrundbesitzern und das Volk muss für uns arbeiten. Dies zog sich wie ein roter Faden durch die Jahrhunderte. Später fielen die Philippinen den USA zu, und die änderten an diesem System auch nichts, sondern benutzten das Land nur.

Und so etablierten sich letztendlich Clans und Großfamilien, denen bis heute das meiste gehört. Und diese Clans sitzen natürlich auch in der Politik und haben die wesentlichen Schlüsselstellen alle besetzt. So fand sich die Kirche und deren Missionare in der Rolle wieder, etwas für die ärmsten zu tun, um den Abstand zwischen politischem Establishment und der verarmten Bevölkerung zu verringern.Es herrschte insgesamt eine unglaubliche Armut und wirklich Hunger in der allgemeinen Bevölkerung. Es war klar, dass sich dann Gruppen bildeten, die sich mit Überfällen das eigene überleben sicherten.

Als man in den siebziger Jahren einen Aufschwung auf den Philippinen hatte, kam dieser Diktator Marcos an die Macht. Und auf einmal wirkten die Philippinen aufgeräumt und sicher. Das wurde aber mit brutaler Waffengewalt bewerkstelligt. Hunderttausende verschwanden über Nacht Sie kamen in Gefängnisse, wurden erschossen oder wagten sich aus ihren Slums nicht mehr heraus.

Die einzigen die noch da waren, waren Missionare der unterschiedlichsten kirchlichen Organisationen. Unter Marcos wurden die Clans, die ihn unterstützten, noch erfolgreicher und rigoroser. Sie konnten sich den Rest des Landes auch noch unter den Nagel reißen. Und weiten Teilen der Bevölkerung ging es schlecht als je zuvor. Die einzigen die davon profitierten, war der Beamtenapparat unter Marcos. Dieser war allmächtig, korrupt, benahm sich selbstherrlich nach eigener Willkür. Ich bin der Meinung, jeder der heute sagt, damals war alles besser, hat entweder davon auf Kosten anderer profitiert oder die Geschichte nicht verstanden.

Aus der Armut heraus bildeten sich vielerorts Gruppen, die sich in den Bergen versteckten. Sie waren so arm, dass sie oft von Missionaren mit Projekten unterstützt wurden. Marcos bezeichnete diese flüchtenden Menschen und Gruppen als kommunistisch. Davon waren sie aber in den siebziger Jahren weit entfernt. Es ging um das reine überleben.

Marcos befürchtete eine politische Unterwanderung und ließ diese Gruppen von seinen Schergen jagen. Als er sich nach Verkündung des Kriegsrechts nochmals selbst als Präsident im Amt verlängerte, ließ er sogar Missionare und Priester auf der Insel Negros ermorden, weil sie nach seiner Meinung und der lokaler politischer Größen, zu sehr die “subversiven Elemente” unterstützten.

Daraufhin ermutigte sogar der Bischof von Manila, die Missionare und Priester, sie sollen die Menschen unterstützen, die Marcos als Rebellen bezeichnete.

Und so bildeten sich dann Gruppen wie People Power, die immer weiter wuchsen und letztendlich mit Unterstützung der Kirche die People Power Revolution starteten, bei welcher Marcos dann ins Exil ging und Corazon Aquino an die Macht kam.

Und das ist ja alles noch nicht so lange her. Sondern spielte sich in der zweiten Hälfte der achtziger Jahre ab. Deswegen weiß ein großer Teil der Bevölkerung noch genau, von wem sie als einzige Institution Hilfe zum überleben bekam. So ist es teils nicht verwunderlich, warum die Kirchen auf den Philippinen so voll sind und auf deren Meinung und Ansichten gehört wird.

Dieses Thema ist hier natürlich nur ganz grob umrissen. Würde ich tiefer darin einsteigen, würde es den Rahmen eines Blogs sprengen. Aber ich meine, es gibt mit diesem Beitrag eine ungefähre Vorstellung darüber, wie zerissen die Philippinen im Inneren sind und welche Rolle die Kirche dort spielt.

Philippinen Ausstellung in Paris

Die Philippinen, die Kunst des Austauschs, ist das Thema einer Ausstellung in Paris, im Museum Quai Branly.

Vom 9.4.13 bis 14.7.2013 werden Exponate aus privaten und öffentlichen Sammlungen gezeigt, die weltweit zusammengetragen wurden, um den philippinischen Archipel im Rahmen einer großen Ausstellung näher zu bringen.

ausstellung-branlymuseum

Beteiligt an dieser Exhibition sind auch das Philippine National Museum, die Bangko Sentral ng Pilipinas und das Ayala Museum.

Zum Auftakt der Veranstaltung wird auch das Philippine Ethnic Dance und Music Ensemble Kontragapi erwartet. Hierzu in Kürze mehr, auch zu den Tournee Daten durch Europa.

Das Museum befindet sich in: 37, Quai Branly, 75007 Paris.

Simbang Gabi und Philippinische Weihnachten

Simbang Gabi ist ein Bestandteil der philippinischen Weihnachten.

Dieser Brauch der dortigen katholischen Kirche geht zurück auf die spanische Kolonialzeit. Immer ab 16. Dezember werden 9 Tage lang Messen in den Nachtstunden abgehalten.

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San Sebastian Cathedral in Bacolod City

Dabei werden die Frühmessen noch deutlich vor Sonnenaufgang gelesen. Das bedeutet früh morgens, so zwischen 4 und 5 Uhr.

Die damaligen Kolonialherren verlangten, dass die Arbeiter bereits zu Beginn des Sonnenaufgangs auf den Feldern waren und mit den ersten Sonnenstrahlen zu arbeiten begannen. Die moralische Unterstützung der ausgenutzten, geschundenen, rechtelosen armen Menschen durch die Kirche bestand dann darin, ihre Messen in die Nachtstunden zu verlegen. Daher kann gelegentlich regional als Ausnahme auch sein, dass Simbang Gabi erst spät am Abend ist.

foto cathedral innen

San Sebastian Cathedral Bacolod City Innenansicht