Anfang des Monats hatten bei PAL (Philippine Airlines) mehrere Piloten ihren Dienst nicht angetreten. Philippinen Blog berichtete darüber.
Inzwischen heißt es, dass es sich um 25 Piloten handeln soll. PAL stellte diese Piloten als “bad guys” dar. Rücksichtslos, habgierig, Arbeitsverträge nicht erfüllend und so weiter. Der Verdienst eines Chefpiloten oder Senior Piloten würde bei 500 000 Peso im Monat liegen (1 € liegt bei rund 60 Peso).
Nun kam mehr und mehr aus Pilotensicht ans Tageslicht und es scheint, dass die PAL Piloten Krise vom Konzern hausgemacht ist und sich anders darstellt, als zunächst veröffentlicht wurde.
PAL hatte zum Beispiel an Senior Piloten Kündigungen ausgesprochen, einen Tag vor ihrem Arbeitsjubiläum, so dass diese ihre Prämien verloren.
PAL hatte vielen langjährige Piloten die Versetzung zu einer Schwestergesellschaft, Air Phil, in die Hand gedrückt. Damit verloren diese Piloten ihre Einkommensstufe und sollten bei der Schwestergesellschaft wieder bei Null anfangen.
PAL Senior Piloten widersprachen auch der angeblichen Einkommenshöhe von bis zu 500 000 Peso, sondern sie zeigten ihre Lohnzettel im TV mit 350 000 Peso im Monat.
PAL und Piloten sind auch unterschiedlicher Meinung was ihre Kündigungsfristen betrifft. Die Piloten argumentieren damit, dass sie sich nicht an die Zeiten halten müssen, die von PAL vorgegeben und in den Verträgen stehe, da diese Vorgaben gegen geltendes philippinische Recht verstoßen.
Ausgliederung in Konzern Tochtergesellschaften zu billigeren Löhnen kennt man ja in Deutschland auch. Im Fall der PAL Piloten scheint dies aber kräftig daneben gegangen zu sein. Hängt wohl auch mit Jobangebot und Nachfrage zusammen.
Und das hier ist ja bekanntlich nicht das einzige Problem der PAL. Es gibt Probleme mit dem Bodenpersonal und auch mit den Flugbegleitern.
Der Konzern PAL muss sicherlich umgebaut werden. Dies ist allgemein bekannt. Der Konkurrenz Druck ist hoch und PAL soll überproportional viele Mitarbeiter haben im Vergleich zu den Fluggastzahlen. Auch die Einkommenshöhe soll für philippinische Verhältnisse hoch sein.
Der Reisende auf die Philippinen merkt die Auswirkungen sehr deutlich. Viele Inlandsflüge wurden bereits gestrichen. Teils mit der unglaubwürdigen Begründung, dass wegen der Nebensaison nicht so viele Flüge benötigt werden. Nur seltsam, dass dieser langfristige Flugplan nun beinahe täglich geändert wird.