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Punisher

Mehrere Präsidenten der Philippinen haben sich über Jahre hinweg nur um sich selbst und ihre reichen Clans gekümmert.

Das Drogenproblem wurde immer größer und die Händler immer mächtiger, weil sie zum Teil in den Reihen der Legislativen, Judikativen und Exekutiven sassen oder immer noch sitzen.

Diesen Verfall an Werten, diese täglichen Unsicherheiten im Alltag Opfer von Drogenkriminalität zu werden, hatten viele Filipinos bis oben hin satt und wählten daher ihren Präsidenten Duterte, der mit harter Hand als Bürgermeister erst in Davao aufräumte und jetzt landesweit. Er scheut sich dabei nicht, sich mit alteingesessenen Politikern anzulegen und ihnen Filz und Korruption vorzuwerfen.

Inzwischen hört man, dass es auf den Straßen sicherer wurde. Zumindest ist dies der subjektive Eindruck vieler.

Ob dabei jedoch alles rechtsstaatlich verläuft  ?

Ein investigativer Fotobericht von Reuters zum Thema Duterte  the Punisher

 

 

Erste drogenfreie Provinz

Die philippinische Drogenbekämpfungsbehörde , PDEA, hat Bataan als erste drogenfreie Provinz im Land erklärt und den Präsidenten Duterte eingeladen, sich dies anzusehen.

Mehr als 3000 Personen sollen dort aktiv gewesen sein und mit Drogen zu tun gehabt haben und für 80 – 90 Prozent aller Straftaten verantwortlich sein.

In der Zeit von 1. July bis 15. November wurden 341 Personen  festgenommen, 24 wurden bei 279 Polizeieinsätzen erschossen, ein Teil ist geflohen und der Rest hat sich freiwillig gestellt.

Ich möchte das gar nicht weiter kommentieren, außer dass ich solche “Erfolgsmeldungen” und Statistiken schon immer für äußerst suspekt hielt.

 

Duterte beleidigt angeblich Obama

Der philippinische Präsident beleidigte angeblich den amerikanischen Präsidenten Obama.

Son of a whore (Hurensohn), sagte Duterte in einer Ansprache. Diese Rede gibt es auf Video und wer sie sich anhört, bekommt nach meiner Meinung tatsächlich Zweifel daran, ob es stimmt, was Teile der Medien wie ein gefundenes Fressen behaupten. Daher schrieb ich im Titel dieses Beitrages “Duterte beleidigt angeblich Obama”

Hier  ein Link zu YouTube mit dem Video zur Rede und hier gleich noch einer.

Nun bringen wir diese Rede noch in den richtigen Kontext zum dem, was diesen Sätzen voraus ging.

Obama kritisierte seit ein paar Tagen die Vorgehensweise der Philippinen im Kampf gegen die Drogen. Duterte sagte dazu auch seit Tagen, dass er sich selbstverständlich gern mit dem amerikanischen Präsidenten treffen würde.

Aber ! Er wolle sich nicht reinreden lassen, wie sie diesen Drogenkrieg führen.

Dazu sagte Duterte wörtlich ” You must be respectful. Do not throw away questions and statements. Son of a whore, i will curse you in that forum”…

Mit Forum ist ein Treffen mehrerer Präsidenten in Laos gemeint, wohin Duterte und Obama unterwegs sind.

Er kritisierte und ärgerte sich darüber, dass Obama Vorwürfe macht, gleichzeitig jedoch verantwortlich wäre, für außergerichtliche Tötungen irgendwo in der Welt und Obama möge sich mal darum kümmern, wie viele  Schwarze in den USA erschossen wurden. Und das wolle er, Duterte fragen. Dies müsse Obama nicht wegwischen wollen, aber gleichzeitig den Philippinen Vorwürfe machen.

Duterte war sehr verärgert darüber, wie sich die USA in die Politik der Philippinen einmischen und er sagte auch, dass er einzig dem filipinischen Volk verantwortlich wäre.

Der Hitzkopf Duterte wollte Obama nicht persönlich beleidigen, sondern es rutschte ihm in seiner rüden Art sich auszudrücken so heraus. Was ihm im Nachhinein leid tut.

Es war und ist jedoch auch klar, dass sich Teile der Medien nur darauf stürzten um diese einzelne Aussage herauszupicken, um eine Schlagzeile zu haben. Und die deutschen Medien sind, was die Philippinen betrifft, nicht gerade das was man informiert nennen könnte. Die übernehmen die Meldungen der Presseagenturen ohne Hintergründe weiter zu verfolgen.

Gesagt hat er es. Das sollte Duterte sich selbstverständlich verkneifen. Im richtigen Zusammenhang betrachtet, ist es nicht mehr ganz so starker Tobak, wie es sensationslüsterne “Journalisten” gern hätten.

Drogenkrieg auf den Philippinen

Ob man es als richtig oder falsch empfindet, möchte ich hier nicht beurteilen. Aber was da seit etwas mehr als einem Monat auf den Philippinen passiert, kann man schon als Drogenkrieg bezeichnen.

Der Staat gegen die Drogen.

In nicht einmal 5 Wochen wurden über 1300 Drogenhändler und Dealer erschossen. Alle bei polizeilichen Einsätzen.

Wer auf den Philippinen mit Drogen erwischt wird, kommt sowieso auf immer und ewig in irgendwelche Gefängnisse, die unglaublich üble Zustände haben.

Dort möchte natürlich keiner hin und glaubt sich den Festnahmen widersetzen zu müssen und bezahlt dabei mit seinem Leben.

Duterte lässt jedoch nicht nur die kleinen Dealer und Konsumenten jagen, sondern auch kriminelle Reihen der PNP (Polizei) säubern, Tests machen, entlassen, bestrafen und mehr.

Selbst ranghohen Generälen der Armee wurde nachgewiesen, dass sie ihre Finger in diesem schmutzigen Geschäft hatten.

Der philippinische Präsident nimmt auch keine Rücksicht auf politische Ämter der Verdächtigen. Wer mit Drogen zu tun hat, ist dran.

Als nächstes möchte Duterte die ganz großen im Drogenhandel festnehmen lassen.

Zehntausende Konsumenten und Kleindealer haben sich mittlerweile selbst den Behörden gestellt. Man weiß schon gar nicht wohin mit diesen Leuten. Mit Reha und Entzugskliniken sieht es ganz schlecht aus. Daher platzen alle Gefängnisse vollends aus den Nähten.

Das Drogenproblem ist auf den Philippinen sehr groß. Weite Teile der Gesellschaft sind damit in all seinen Formen durchsetzt. Angefangen von der Herstellung, dem Konsum, dem Handel, der Korruption und der Beschaffungskriminalität.

Ein weiteres Problem welches ich bei diesen “Säuberungen” sehe, ist der Umstand, dass  korrupte Behördenmitarbeiter ihre Mitwisser erschießen oder erschießen lassen.

Derweil lässt Duterte im Senat verschärfte Gesetzesänderungen diskutieren inklusive der Wiedereinführung der Todesstrafe bei entsprechend schweren Drogendelikten (Hintermänner…).

Die kommenden Monate werden wohl noch spannend werden.

 

Freiwillig im Gefängnis bleiben

Der Ruf des künftigen Präsidenten Duterte eilt ihm voraus und es passieren kuriose Dinge auf den Philippinen, die bis vor kurzem niemand für möglich hielt.

Festgenommene Drogendealer flehen regelrecht darum, im Gefängnis zu bleiben und nicht wieder auf die Straße entlassen zu werden.

Sie fürchten sich davor, von der Polizei oder sonst wem erschossen zu werden.