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Marcos auf Heldenfriedhof beerdigt

Jetzt also doch:

Marcos auf Heldenfriedhof beerdigt

30 Jahre nachdem er in Schimpf und Schande aus dem Amt gejagt wurde, hat man den Diktator Marcos auf dem Libingan Friedhof, der auch als Heldenfriedhof bezeichnet wird, in Manila beerdigt.

Auf diesem Friedhof werden ehemalige Präsidenten, hochrangige Soldaten und Menschen begraben, die sich in besonderer Weise um die Philippinen bemüht haben.

Die ganzen Jahre nach seinem Tod, wurde darum gestritten, ob der ehemalige Diktator dort begraben werden sollte.

Am 17.11.16 bekam dann das Militär von der amtierenden Regierung den Auftrag, das Grab vorzubereiten und die Beisetzung am 18.11.16 durchzuführen.

Mit militärischen Ehren, Flagge und 21 Böllerschüssen wurde er dann begraben.

Außerhalb des Friedhofes fanden Proteste statt. Man möge bedenken, dass Hunderttausende unter seiner Amtszeit zu leiden hatten, eingesperrt oder umgebracht wurden.

Auf der anderen Seite hat die Beisetzung ein Gutes. Dessen “kranke” Witwe kann nicht mehr medienwirksam an den Sarg aus Glas, um dann am einbalsamierten und ausgestopften Marcos herumzuplärren “Oh´my beloved husband….”,

Aber dass es ausgerechnet dieser Friedhof sein musste….

30 Jahre nach Marcos

30 Jahre nach Marcos

Der 25. Februar ist der Gedenktag anlässlich der EDSA Revolution in Manila.

Hunderttausende gingen 1986 auf die Straße, die sich EDSA nennt, um gegen Diktator Marcos zu demonstrieren.

Der dafür verantwortlich gemacht wird,  was aber offiziell nie bewiesen wurde, seinen Gegenkandidaten Sen.  Benigno Aquino Junior, hat ermorden zu lassen.

Marcos, der das Kriegsrecht verhängt hatte, um seine Gegner zu beseitigen, um die Armen in Viertel zu verdrängen, aus denen sie nicht raus durften, der demokratisch gewählte lokale Politiker absetzen ließ und verfolgte, der das Land plünderte und finanziell ausbluten ließ, dessen Witwe es doch tatsächlich nach ihrem Exil schaffte, in den Senat gewählt zu werden und die  in ihrer Einfältigkeit es heute tatsächlich fertig brachte, zu einer Messe in die Kirche zu gehen, die im Gedenken an die Opfer des Kriegsrechts abgehalten wurde. Anwesende meinten dazu nur, Imelda Marcos sei ziemlich dement und wisse wohl überhaupt nicht, woran sie heute früh teilgenommen hatte.

Noch heute, 30 Jahre nach Marcos, gibt es tatsächlich noch Menschen, die meinen unter seiner Diktatur sei alles besser gewesen. Die einfach nicht verstehen, was tatsächlich mit seinen Opfern passiert war.

Nach der Ermordung seines Gegenkandidaten 1983, bildete sich erheblicher Widerstand gegen Marcos. Und wenn man dann noch weiß, dass dieser Widerstand von Priestern unterstützt wurden, die deswegen sogar verurteilt wurden und mit dem Tode bedroht waren, versteht man eventuell auch etwas besser die Rolle und den Einfluss der Kirche insgesamt auf den Philippinen.

Die EDSA Revolution war somit das Finale eines mehrjährigen Kampfes der Filipinos gegen einen Diktator und endete damit, dass dieser von seinen politischen Freunden nach Hawaii ins Exil ausgeflogen wurde.

Es folgten Neuwahlen und es wurde Corazon Aquino, die Ehefrau des von Marcos ermordeten Benigno, zur Präsidentin gewählt.

Gleichwohl hatte sie es nicht geschafft, den Marcos Kriegsminister Enrile mit in die Verbannung zu schicken, sondern ihr blieb gar nichts anderes übrig, als diesen zu ihrem Vizepräsidenten zu machen. Er hatte das gesamte Militärgeflecht unter sich.

Versteht man diese Zusammenhänge, erkennt man auch, wie noch heute eine Gruppe von Clans und Familien die Fäden in der Hand haben und trotz aller Demokratie auf den Philippinen, im Hintergrund überhaupt keine Veränderungen wollen und nur ihre Machtpfründe und Einkünfte sichern.

inschrift-denkmal

Das Foto zeigt die Inschrift am Denkmal am Rizal Park, Luneta.

Marcos Juwelen

Wenn man bedenkt, dass der Diktator Marcos schon vor 28 Jahren abgesetzt wurde, aber heute noch über dessen illegaler Bereicherungen prozessiert wird, dann kann man sich leicht vorstellen, wie diese Marcos Familie geplündert hatte.

Diese Tage hatte ein philippinisches Gericht wieder mal zu entscheiden. Es ging um einen weiteren Teil von Schmuck im Wert von rund 100 000 $. Das Gericht sagte nun, dass dies Vermögen des philippinischen Staates ist und die Marcos Witwe ihre Ansprüche darauf endgültig begraben könne.

Gleichzeitig wurde in New York ihre ehemalige Sekretärin für schuldig gesprochen, Kunstgemälde des Malers Monet  1986 aus einer Sammlung gestohlen und für rund $ 32 Mio verkauft zu haben. Außerdem wären noch 3,5 Mio USD an Steuern offen. Bis zu 6 Jahre Gefängnis erwartet die Sekretärin nun. Sie ist übrigens auch schon jenseits der 75 Jahre alt.

Auch diese Gemälde wurden aus gestohlenem philippinischen Staatsvermögen einst erworben. Der philippinische Staat macht auch auf diese Werte Ansprüche geltend.

Entscheidung um Marcos Geld bei WestLB Singapore

Die Entscheidung wem das Marcos Geld gehört, welches bei der WestLB Singapore geparkt wurde, ist gefällt.

Wir erinnern uns: Die Philippinen hatten einst einen Diktator, namens Ferdinand Marcos. Dieser hatte unglaublich viele Millionen an Geldern ins Ausland gebracht und einen Teil davon in Schweizer Geldmarktfonds angelegt.

Nachdem er aus dem Land verjagt war, wurden die Gelder aus dem Fond per Gerichtsbeschlüsse den Philippinen als rechtmässigen Besitzer wieder zugeordnet.

Teile dieses Fonds wurden von der Philippine National Bank (PNB) auf einem Konto der Niederlassung Singapore der deutschen WestLB eingezahlt.

Kurz darauf haben mehrere Organisationen und Verbände Ansprüche geltend gemacht und sagten, dass es ihre Gelder wären. Das waren zum Beispiel Gruppen die Entschädigungsleistungen aus der Marcos Diktatur forderten.

Die WestLB rief daher das Gericht in Singapore an, mit der Bitte um Klärung. Nach mehreren Instanzen hat nun das High Court Singapore entschieden, dass das Konto rechtmässig von der PNB geführt wird und das dort angelegte Geld dieser philippinischen Bank gehört.

Es geht dabei insgesamt um mehr als 20 Millionen Dollar. Wobei mir in keinem der Berichte klar wurde, ob es US Dollar sind oder Singapore Dollar.

Wenn man bedenkt, dass Marcos 1986 als Diktator abgesetzt wurde und noch heute, 27 Jahre später, Unklarheiten bestehen, kann man sich vorstellen, welchen wirtschaftlichen Schaden dieser Mensch verursacht hatte.

Vor 40 Jahren

Heute vor 40 Jahren, am 21. September 1972, verhängte der philippinische Diktator  Ferdinand Marcos das Kriegsrecht über das Land. Mindestens 30 000 Menschen wurden daraufhin in Gefängnisse gesteckt. Er baute seine Macht durch massives aufstocken des Militärs weiter aus. Viele Filipinos flohen ins Ausland.

Ursprünglich war er 1965 demokratisch gewählt. Seine zweite Amtszeit begann 1970. Es kam im Land immer mehr zu Unruhen, denn er wirtschaftete das Land herunter. Es bildeten sich militante Gegenbewegungen und er verhängte das Kriegsrecht. Weil er militärisch sehr amerikafreundlich war, wurde seine Diktatur dadurch gestützt. Verheiratet war er mit Imelda Marcos, die für ihren ausgeprägten Schuhtick berühmt wurde.

Er wurde als Verantwortlicher in Verbindung gebracht bei der Ermordung des Oppositionskandidaten Benigno Aquino Jr.,  Seine von ihm eingesetzte Aufklärungskommission kam sogar zum Ergebnis, dass es sich um eine Verschwörung des Militärs gehandelt hatte. Das wurde von Marcos jedoch ignoriert und er bestand auf die Version, dass es ein Einzeltäter gewesen war.

Der Druck auf ihn wurde immer größer und er veranlasste 1986 Neuwahlen, aus denen er als Sieger hervor ging. Jedoch war der massive  Wahlbetrug nicht übersehbar. Es kam zu immer größeren Demonstrationen und dabei zur sogenannten EDSA Revolution. Hunderttausende gingen auf die Straßen. Am 25. Februar 1986 wurde Corazon Aquino, die Ehefrau des ermordeten Benigno Aquino zum Präsidenten vereidigt. Gleichzeitig ließ sich Marcos von seinen Getreuen vereidigen. Am Abend floh er jedoch mit Hilfe des US Militärs nach Guam und ging dann ins Exil nach Hawaii.