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Weitere 30 Mio von EU

Es gibt weitere 30 Mio von der EU für den Wiederaufbau nach Yolanda.

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So steht es in einer Pressemeldung von heute.

Da steht auch etwas von bisher insgesamt 740 Mio. € . Und wo sind diese vergraben ? Aber doch nicht in der Region von Tacloban.

Du kannst ein richtiges schönes Haus für unter 10 000,- Euro auf den Philippinen bauen. Und ein ganz einfaches schon für die Hälfte. Das ist gemauert, 2 Zimmer, Dusche…

Und wo sind diese Häuser ? Das müssten ja blühende Landschaften mittlerweile dort sein. Aber ich lese und höre nur gegenteiliges.

120 Yolanda Opfer unter Juanico Bridge gefunden

Es sind Meldungen wie diese, die uns immer wieder sehr traurig machen:

120 Opfer des Taifun Yolanda (Haiyan) wurden erst jetzt, knapp einen Monat nach der Katastrophe, durch ein chinesisches Hilfsteam  unter der San Juanico Bridge gefunden.

Die offizielle Zahl der Opfer ist auf rund 5700 angestiegen.

San Juanico Bridge

San Juanico Bridge

Photo Source: Wikimedia Commons unter folgenden Rechten

Die Brücke ist Teil der Verbindung von Samar nach Leyte. Sie wurde beim Taifun beschädigt, ist aber befahrbar.

Wiederaufbau nach Yolanda

Die UN beginnt mit dem Wiederaufbau nach Yolanda. Ich hatte ja bereits am 25. November hier geschrieben, dass die Philippinen einen Masterplan benötigen, weil sie selbst völlig überfordert sind.

Und diesen gibt es nun tatsächlich. Das zuständige UN Büro für Asien und den Pazifik Raum gab heute bekannt, dass die UNDP Entwicklungsteams zusammengestellt hat, die den Wiederaufbau planen. Die Infrastruktur soll Straße für Straße, Schule für Schule, Krankenhäuser und mehr, eines nach dem anderen wieder aufgebaut werden.

Und zwar unter der Aufsicht und Leitung der UNDP. Das ist die Organisation der Vereinten Nationen für Development Programme.

Bereits bis Ende Dezember sollen dadurch 10 000 Menschen Arbeit gefunden haben. Sie werden aber immer nur maximal 15 Tage beschäftigt, dann findet ein Austausch statt. Es solle damit möglichst vielen Familien ein Einkommen ermöglicht werden. Dies nennt sich Cash-for-Work Programm der UN.

Auf den Webseiten der UNDP werden auch jobs for hire angeboten. Dies sind jedoch Stellen für hochqualifizierte Spezialisten aus dem Bereich Krisenmanagement und Finanzen, befristet auf 6 Monate und in der Stellenbeschreibung steht eben als Grund der Taifun Yolanda.

Masterplan Philippinen

Die Hilfsgüter rollen, weltweit wird immer noch gesammelt, sei es durch private Veranstaltungen oder durch medienwirksame öffentliche Aktionen, Staaten erhöhen ihre Hilfsbudgets…

Die Welt sendet und verteilt monatelang Lebensmittel und andere Hilfsgüter.

Aber was kommt danach ?

Ich meine, die Philippinen benötigen jetzt einen Masterplan für den Wiederaufbau und in diesem Rahmen internationale Beratung und Unterstützung.

Die philippinische Regierung ist völlig überfordert was Organisation und Talent betrifft.

Yolanda (Haiyan) kann jetzt auch eine Chance sein den Wiederaufbau so zu gestalten, dass er eine Zukunft für Land und Leute bedeutet. Einfach nur die Bretterbuden zusammenzunageln bringt rein gar nichts.

Ich frage mich allerdings, ist der Wille der politischen Kräfte auf den Philippinen überhaupt  vorhanden, etwas ändern zu wollen ? Ist die philippinische Regierung so einsichtig und gescheit und wendet sich für einen solchen Masterplan an die UN ? Werden eventuelle Veränderungen im Sumpf der Korruption und durch Machtkämpfe der Clans vereitelt ?

Versorgung Yolanda Betroffene

Die Versorgung mit Lebensmitteln der Yolanda (Haiyan) Betroffenen läuft auf Hochtouren. Seit amerikanische und auch kanadische Helikopter eingesetzt werden, fliegen diese was ihnen möglich ist.

Aktuelle News darüber finden sich ja in allen Medien. Das könnte ich gar nicht in dieser Form liefern.

Sondern nur ein Einzelschicksal einer Familie, stellvetretend für die vielen anderen Taifun Geschädigten.

Ein Filipino hielt sich mit seinen 5 Kindern am Tag des Taifun in Tacloban auf. Weil er dort lebt und arbeitete.  Seine bettlägrige Mutter in einem kleinen Ort bei Ormoc. Sie konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht transportiert werden und wurde daher nicht evakuiert. Bei ihr verblieb einer ihrer Söhne. Der Rest hat sich in Sicherheit gebracht.

Der Familienteil welcher in Tacloban war, hatte den Taifun überlebt und auch das Auto blieb fahrbereit. Am Tag nach dem Taifun schlugen sie sich nach Ormoc durch, was 3 Tage dauerte und unter Normalumständen nur ein paar Stunden dauern würden.

Das Haus der Familie wurde zerstört angetroffen, obwohl es wirklich gut und stabil erbaut und gemauert war. Aber das Dach flog weg und der Taifun verfing sich naürlich im Mauerwerk der Wände und hat das Haus komplett zerstört.  Die dort sich aufhaltende Mutter und der sie pflegende Sohn haben wie durch ein Wunder überlebt.

Diese Information erreichte Deutschland erst am Donnerstag. Man kann sich vorstellen, wie hier eine philippinisch/dt. Familie gelitten hatte, weil sie nichts wußte.

Als die Familie dann letzten Freitag immer noch nichts zu essen hatte und schon mehrere Tage hungerte, schlug sich der eine Sohn zu Fuß einen halben Tag lang zur Fähre nach Cebu durch. Mit dem Auto ging es nicht, weil der Sprit war von der Fahrt aus Tacloban kommen verfahren und der Liter Benzin hat bei Ormoc über 4.- € gekostet. Die Medien berichteten zu diesem Zeitpunkt jedoch, dass die Hilfen nun angekommen wären. Was aber in dieser Ecke von Leyte in Wirklichkeit nicht stimmte.  Er konnte dann mit der Fähre übersetzen und dort Geld am Bankomaten abheben, welches ihm von D geschickt wurde.

Auf Cebu hat er dann zu völlig überteuerten Preisen eingekauft. Weil nicht nur er hatte diese Idee, sondern viele Tausend andere auch. Letztendlich schaffte er es bis Samstagabend zurück zur Familie. Wie es nun weitergehen soll, weiß keiner. Das Haus zerstört, die Arbeitsstellen zerstört, kein Einkommen. Nichts. Diese Familie wird wohl noch einige Monate Unterstützung aus dem Ausland benötigen. Und dieses Geld muss ja auch erst mal von jemanden in Deutschland verdient werden.

Es wird somit eine finanzielle Langzeithilfe werden. Es werden zudem Kartons  mit Hilfsgütern gepackt, die Nachbarn, Arbeitskollegen, Freunde gegeben haben. Die Hilfsbereitschaft in Deutschland ist definitiv vorhanden. Und dafür sind die in D lebenden Filipinos sehr dankbar darüber. Weil auf ihnen lastet nun auch eine große finanzielle Verantwortung und Sorge um ihre Angehörigen.

Aber nicht nur in D, sondern natürlich auch in allen anderen Ländern in denen Auslandsfilipinos leben. Sie sind wirklich alle sehr froh über jegliche Unterstützung die sie bekommen. Wenn jemand Filipinos in seinem Umfeld kennt, ruhig darauf ansprechen. Es werden auch in den nächsten Monaten Lebensmittel, Kleidung und mehr benötigt. Bevor man die gebrauchte Kinderkleidung, Schuhe usw. raus wirft, fragt euren philippinischen  Nachbarn oder Arbeitskollegen ob er es schicken möchte.

Tragödie

Es ist eine Tragödie. Seit Freitag verfolgen wir die Meldungen über Yolanda nahezu 24 Stunden täglich. Aber nicht auf den deutschen Konserven-Nachrichtensendern, weil das was die berichten, wissen wir teils schon 8 Stunden vorher. Das was die in Sondersendungen brachten, waren Nachrichten die schon längst überholt waren.

Es sind Sender wie CNN die sehr viel berichten. Aber auch in erster Linie ABS-CBN News, die aktuell von den Philippinen senden. Dann natürlich die ganzen philippinischen Online Zeitungen, es gibt mehrere Twitter Konten die berichten, auch Instagram mit den unterschiedlichsten Hashtags, Facebook, Regierungsseiten, es werden Listen mit Überlebenden veröffentlich, man kann sich auf Yahoo oder Google eintragen (das gleiche Formular), es werden Listen mit Toten veröffentlicht, das Chat Tool Viber hat seine Leitungen für kostenlose Telefonanrufe aus den Notstandsgebieten freigeschaltet…

Inzwischen gibt es auch die ersten Nachrichten aus anderen Orten von Leyte. Aus Teilen von Samar gibt es Messages. Und überall das gleiche Bild. Es sieht aus wie in Tacloban. Wir lesen Hunderte von Hilferufen die gesendet wurden, Vermißtenmeldungen ohne Ende, die im Sekundentakt gepostet werden….

Im deutsch-philippinischen Bekanntenkreis sind viele verzweifelt, weil sie nichts von ihren Angehörigen, Geschwister, Eltern hören.

Und unsere verschissenen dt. Medien wissen nichts besseres zu senden, als von Plünderungen zu sprechen. Dabei sind dies Menschen, die am verhungern oder verdursten sind, deren Kinder weinen, unter Schock stehen und nichts als die nackte Haut retten konnten.

In viele Orte ist bisher überhaupt noch niemand vorgedrungen. Viele Gebiete sind auf sich alleine gestellt.

Die Rettungsmaßnahmen sind natürlich angelaufen. Aber die Katastrophe ist so gigantisch. Man hört immer nur von Tacloban. Aber inzwischen wissen wir, dass es in vielen anderen Gebieten genauso furchtbar aussieht.