Schlagwort-Archiv: Zamboanga

Zamboanga wieder ruhig

Zamboanga ist wieder ruhig. Der Konflikt wurde als erledigt erklärt.

Die Schreckensbilanz beträgt rund 183 getötete  MNLF Rebellen, 12 Zivilpersonen, 23 Soldaten, rund 110 000 geflohene Menschen die versorgt werden müssen, niedergebrannte Häuser und vieles mehr.

Man spricht inzwischen von 300 MNLF Kämpfern die insgesamt vor 4500 Soldaten   geflohen wären.

Welche Zahlen letztendlich stimmen, weiß ich nicht. Erst hieß es ja es seien 100 Rebellen gewesen, welche Zamboanga überfallen haben, dann 200, dann 300, 400. Ob es da jemals Klarheit darüber geben wird, wage ich zu bezweifeln.

Genauso wage ich auch zu bezweifeln, dass der Konflikt beendet ist. Die momentanen kriegerischen Handlungen sind sicherlich beendet. Aber der Konflikt mit der MNLF ?

Der geht sicherlich weiter.

Und ebenso sind in der Stadt noch riesige Probleme zu lösen, was die geflohenen Einwohner und ihre Wohnungen anbelangt. Sie werden sicherlich aufgefordert in ihre Stadtteile zurückzukehren, bekommen ein paar Peso in die Hand gedrückt, ein paar leere Versprechungen nach weiterer Hilfe und das war es dann auch schon. Die Menschen auf den Philippinen müssen sich wieder selbst helfen um zu überleben.

Eine mutige Frau

Ist sie nun eine mutige Frau oder schießt sie einfach nur in ihrem Engagement über das Ziel hinaus ?

Die philippinische Senatorin Miriam Defensor-Santiago hat wiederholt Korruptionsskandale ihrer Kollegen öffentlich angeprangert. Sie scheut sich nicht Namen zu nennen.

Nun wirft sie dem Martial Law Senator Enrile vor, dass er womöglich finanziell hinter den furchtbaren Kämpfen in Zamboanga steckt.  Für ihn wäre es eine Kleinigkeit 40 Millionen Peso (die wohl als Finanzierungsgrundlage gefunden wurden) an die  MNLF Rebellen zu bezahlen, denn Enrile hätte ja ganz locker einen der größten Anteile der 400 Mio im Pork Scandal in die eigene Taschen gesteckt.

Sie traut es ihm zu, einen Konflikt anzuzetteln und die Philippinen innenpolitisch mit noch größeren Problemen zu belasten um den Mega Korruptionsskandal in den Hintergrund zu verdrängen.

 

PAL wieder nach Zamboanga

PAL nimmt den Flugbetrieb nach Zamboanga ab 19. September 2013 wieder auf. Mehr als 1 Woche gab es wegen der bleihaltigen Luft (Auseinandersetzungen mit der MNLF) keine Flüge.

pal-rp-c3231

Es gibt aber nach wie vor starke Einschränkungen. PAL fliegt nur Manila – Zamboanga  – Manila. Andere Orte werden von Zamboanga aus vorerst nicht angeflogen.

Passagiere deren Tickets für morgen gelten, werden bevorzugt mitgenommen. Die anderen, deren Flüge ausgefallen waren, können im Standby warten.

Von Zamboanga aus darf kein sonstiges Gepäck mitgenommen werden. Nur 1 Stück Handgepäck ist erlaubt.

 

Zamboanga Krise Tag 6

Mittlerweile ist der Tag 6 der Zamboanga Krise.

Mehr als 62 000 Evakuierte, davon rund 44 000 in den Sammelstellen bzw. Auffanglagern. Rund 51 Tote. Verhandlungen gescheitert. Mörsergranatenbeschuss durch die „Rebellen“. Während die Regierungstruppen kaum Möglichkeit haben zu schießen, weil die Geislen als Schutzschilde benutzt werden. Versorgungslage der Bevölkerung in vielen Stadtteilen kritisch.

Ein Konflikt, den sie nicht Krieg nennen wollen, obwohl es schon längst einer ist.

Und der Anführer der MNLF ist seit Tagen untergetaucht.

100 MNLF Kämpfer in Zamboanga

In Zamboanga, Mindanao, drangen  am Montag rund 100 bewaffnete MNLF Kämpfer in das Stadtgebiet ein. In den betroffenen Vororten kam es zu Schießereien bei denen es mindestens 6 Tote gab. Die MNLF „Rebellen“ sollen in Richtung Stadtmitte unterwegs sein und wollen dort ihre so bezeichnete Freiheitsflagge hissen.

Mindestens 30 Geiseln wurden genommen. Anwohner fliehen. Flüge nach Zamboanga wurden gestrichen.

MNLF ist die Moro National Liberation Front. Eine der Gruppen um  Misuari, die einen von den Philippinen unabhängigen Süden fordern.

Als Auslöser dieser Attacke wurden unterschiedliche Gründe genannt. Einmal soll es die Festnahme 4 dieser Kämpfer in einem kleinen Dorf gewesen sein und zum anderen das Stoppen eines Bootes dieser „Rebellen“ durch die Küstenwache.

Eigentlich besteht zwischen dem philippinischen Staat und dieser Gruppe ein Vertrag der sich Friedensvertrag nennt. Auch deswegen ist die MNLF  als politische Organisation anerkannt, um die Volksgruppe der Moro zu vertreten.

Von der MNLF ging nach diesem Friedensvertrag die MILF hervor, die Moro Islamic Liberation Front. Weil deren Anhänger keinen Friedensvertrag wollten und diesen als Kapitulation bezeichneten.

Unter dem Strich also wieder ein Kampf um Macht, Geld und Einfluss in dieser Region.

 

Strassenkinder in Zamboanga

Es tut weh, Berichte wie heute aus Zamboanga Today Street Beggars in City increase in Zamboanga zu lesen.  Mehr Straßenbettler in Zamboanga.  Aber auch das sind die Philippinen.

Ich zitiere mal einen Satz daraus:

„A girl also complained to a policeman deployed near a local mall that a boy, wearing old shirt and short pants and walking barefooted, abruptly snatched her food while she was standing outside the establishment.“

Zitat Ende

Ein Mädchen reklamierte/beschwerte sich bei einem Polizisten darüber, dass ein Junge,  bekleidet mit einem alten Shirt, kurzen Hosen und barfuß, sich ihr Essen geschnappt und  gestohlen hat…

Ich persönlich hätte mich zwar darüber mit Sicherheit nicht beschwert, wenn sich ein Straßenjunge mein Essen wegschnappt, der Bericht zeigt aber insgesamt nur die Realitäten auf und stimmt eher traurig als sich darüber beschweren zu können.

Behörden und der Staat versagen, Hilfsorganisationen fehlt das Geld, und der Bevölkerung tun die Strassenkinder auch Leid. Das ist ja nicht nur ein lokales Problem von Zamboanga, sondern begegnet jedem Philippinenreisenden in jeder Stadt.

 

 

Earth Hour Philippinen

In weiten Landesteilen auf den Philippinen wurde gestern von 20.30 Uhr bis 21.30 Uhr an der Aktion Earth Hour teilgenommen. Mit Kerzen und Laternen traf man sich auf den Straßen. Im Süden des Landes, bei Zamboanga, hielt sich die Begeisterung allerdings sehr in Grenzen. Verständlich, denn dort wird der Strom sowieso täglich abgedreht.

Stromrationierung auf Mindanao

Auf der philippinischen Insel Mindanao wird weiterhin der Strom rationiert. Viele Ortschaften werden nur für wenige Stunden am Tag Strom haben. Begründet wird dies damit, dass die letzte Saison zu trocken war und daher die Wasserkraftwerke zu wenig produzieren können. Der Flughafen Zamboanga muss jetzt sogar seine Nachtaktivitäten einstellen.

Es wurde angekündigt, dass die Abschaltungen auf jeden Fall bis Anfang Mai dauern werden. Und dann ? So frage ich mich gerade. Ab April beginnt die wirkliche heiße Zeit auf den Philippinen. Da regnet es teils überhaupt nicht mehr. Woher soll das Wasser für die Kraftwerke kommen ?

Seit Jahren wurde gewarnt, dass die Stromversorgung nicht ausreichend sei und der Bedarf stetig am steigen ist. Man wusste bereits vorher, dass es zu den dramatischen Stromabschaltungen kommen wird.