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Aktenvernichter

Manche Menschen halte ich für ziemlich mutig, mit dem, was sie so in die Papiertonne werfen.

Machst du den Deckel auf, liegen ganz oben der Kontoauszug, letzte Mahnungen oder sonst etwas in der Tonne. Ich lese das ja nicht. ( Nein, würde ich nie tun) . Aber selbst ohne es in die Hand zu nehmen, siehst du das. Das geht ja andere im Grunde überhaupt nichts an, daher verstehe ich es nicht, wie man so leichtsinnig sein kann.

Ein Aktenvernichter kostet nicht viel und das nützliche Ding lebt jahrelang.

aktenvernichter

Ich lasse eigentlich alles durch den Reißwolf. Schon alleine um hier einem Missbrauch vorzubeugen.

Mit dem was manche so in die Papiertonne werfen, könnte man ganz einfach online Bestellungen tätigen und sich irgendwohin liefern lassen. Und dann spricht der Geschädigte davon, dass er gehackt wurde.

Blödsinn. Er hatte es selbst sichtbar für alle in der Nachbarschaft und auch Fremden präsentiert.

Die Unvollendete

Die Unvollendete. Damit meine ich aber nicht die Symphonie Nr. 8 von Franz Schubert, sondern eine schlichte Strassenlaterne.

Es begab sich in Reutlingen im Sommer 2013. Zu einer Zeit, als das Wetter noch heiß war und die Auftragsbücher der Baufirmen voll.

Man erneuerte das Niederstromnetz in unserer Strasse. Dazu wurden Löcher gegraben. Denn das tun sie gern, die Bauarbeiter. Bunte Kabelrohre wurden nach und nach verlegt. Jeden morgen das gleiche Spiel. Um 7 in der früh wird es laut. Man bohrt Löcher mit dem Preßlufthammer, man gräbt mit dem Bagger, man brüllt vor den Schlafzimmerfenstern herum. Denn das tun sie auch gern, die Bauarbeiter. Und das heißt so viel wie : „Liebe Anwohner, wir sind jetzt da. Seht her, es geht vorwärts auf der Baustelle“. Wenngleich man sie dann den Rest des Tages auch nicht mehr sieht.

Nach 2 Monaten war es dann geschafft. Kabel verlegt, Löcher wieder zu, alte Laternenmasten entfernt und neue Laternenmasten gesetzt. Der letzte Tag vor den Schulferien und die Baustelle wurde komplett geräumt.

Schön leuchten sie nun des Nachts, die neuen Straßenlampen.

Außer eine. Denn da fehlt etwas Entscheidendes daran.

einsamer-laternenmasten

 

Ob da nach 2 Monaten vielleicht noch eine Lampe montiert wird ? Oder steht der Laternenpfahl einfach nur da, weil er schön aussieht.

Bin mal gespannt.

Überraschend nochmals Vater

Bin völlig überraschend nochmals Vater geworden. Meine Frau sagte schon immer zu mir: „Eines Tages klingelt es an der Tür. Und da steht dann so ein fremder 1,90 Kerl und sagt mit tiefer Stimme Hallo Papa zu dir.“

Ich streite ja solche Verdächtigungen schon immer ab und weiß von nichts. Nun hat mich aber die Stadtverwaltung per Schreiben tatsächlich zum Vater gemacht. Und zwar eines Kleinkindes.

neueskind

Ich habe mein Kind für den Kindergarten vorgemerkt und möge dieses nun in die neue elektronische Warteliste eintragen, so der Text des Briefes.

Nun sitze ich schon seit Stunden da, nage mir nervös die Fingernägel ab und grübel nach, wer dieses Kind nun sein könnte.

Aber vor allem, wie erkläre ich das meiner Frau. Ist ja schließlich ein amtliches Schreiben und da steht klipp und klar „Ihr Kind“ drauf.

Abends fiel meiner Frau der Brief in die Hände. Sie sah mich mit ernstem Gesicht an, nahm ein Glas Milch zur Hand und bat mich auf´s Sofa. „Lass uns drüber reden“  sagte sie mit ruhiger und verständnisvoller Stimme. „Ein Kind macht unsere bisher gute Ehe nicht kaputt. Auch das stehen wir gemeinsam durch.“

Mit trockenem Hals versuche ich nun zu erklären, dass Computer ganz schwer zu bedienen sind weil das klingt glaubhaft und sie weiß dies aus eigener Erfahrung. Und manchmal macht ein Computer genau das was er nicht machen soll (auch das kennt meine Frau). Und in diesem Fall hat wohl jemand Parameter zum Serienbriefdruck falsch gesetzt.

Oder versucht hier die Stadt eine neue Einnahmequelle zu erschließen und schiebt Männern über 50 noch ein Kind unter, in der Hoffnung dass sie  schon ein wenig senil sind und  nicht mehr so genau wissen, wo sie familienpolitisch aktiv waren.

(Anm.: Unsere Kinder sind bereits Jugendliche)

 

 

 

Der arbeitet doch auch nichts

Jeder Schichtarbeiter dürfte Sprüche über einen selbst kennen, wie :

„Der arbeitet doch auch nichts“ oder „Liegt den ganzen Tag nur faul rum“ , „Von was lebt der eigentlich“

Diese oder ähnliche  Aussagen verbreiten gern Menschen, die  bestens darüber informiert sind, wer und wann im Nachbarhaus zu Hause ist, welchen Besuch bekommt oder sonst was den ganzen Tag macht.

Aber dieses Nachbarschafts-Mobbing kann man ganz einfach abstellen.

Bei einem dieser Extrem-Schlecht-Schwätzer habe ich 4 oder 5 Tage lang  morgens zwischen 3 und 4 Uhr geklingelt. Beim ersten und zweiten mal ging er noch an die Sprechanlage und meldete sich ziemlich verschlafen. Ich sagte zu ihm :“Hallo, nur damit du weißt, dass ich jetzt zum arbeiten gehe.“ Bei der Rückkehr gegen 11.30 Uhr habe ich dann wieder geklingelt und mich zurück gemeldet.

Seit dieser Zeit mag dieser Mensch mich überhaupt nicht mehr und sieht an mir vorbei. Aber ich höre auch nichts mehr darüber, dass er mich einen Faulenzer oder sonstwie nennt.

Ähnliches hat  ein Arbeitskollege von mir gemacht. Der Herr Musiklehrer, ein Stockwerk über dem Kollegen wohnend, meinte, er müsse bis in die späte Nacht Unterricht erteilen. Wiederholtes Bitten, früher aufzuhören, ignorierte er ziemlich schnippisch.

Darauf  hat mein Arbeitskollege,  auf meinen Rat hin, auch eine ganze Woche des Nachts um 03.30 Uhr beim Musiklehrer  mehrmals geklingelt.

Dieser wußte sofort woher „der Wind weht“ und beendet nun seinen Unterricht um 20.00 Uhr.

Viele Menschen, die nie in ihrem Leben Schichtarbeit geleistet haben, können sich dies natürlich nur sehr schwer vorstellen, wie die Schichterei so ist. Man arbeitet aber genauso seine 40 Stunden in der Woche, allerdings zu anderen Tageszeiten.  Und wenn der Betrieb 7/24 arbeiten lässt, ist man auch unter der Woche mal 2 oder 3 Tage zu Hause. Was andere jedoch nicht sehen wollen, ist dass der Schichtarbeiter Samstag, Sonntag oder Feiertag seinen Job macht.

Oder hat schon mal jemand darüber nachgedacht, wann die Leute frei haben, welche Sonntags die Freizeitgestaltung der Normalzeitarbeitnehmer ermöglichen ?

Dienstplan

So , vorhin habe ich meinen Dienstplan über Weihnachten aus dem Postfach geholt. Und natürlich voll dabei. Am 24 Spätschicht, am 25. auch, aber dafür Silvester und Neujahr frei.

Ja, das gibt es.  Leute die über Weihnachten arbeiten müssen. Und das sind gar nicht so wenige. Aber mir ist sowieso lieber zum Jahreswechsel frei zu haben als an Weihnachten.

Erster Schnee

Die Kinder freut es, dass es geschneit hat.

Laut meiner Frau ist es ein unübersehbares Signal, den Weihnachtsbaum aufzustellen.

Also gut, holen wir den Plastikbaum aus dem Keller. Ich selbst hätte ihn nicht benötigt. Weder mit einem Weihnachtsbaum noch mit den Geschichten und angeblichen Wundern kann ich irgend etwas anfangen.

Aber mir soll´s gleich sein, wenn so ein geschmücktes Bäumchen im Wohnzimmer steht.

Kunden gibt es

Kunden gibt es, die gibt es gar nicht…

Heute vormittag, kurz nach 10.00 h, beschwert sich eine ältere Dame Frau, gekleidet im Stil der späten siebziger Jahre (Hut mit Feder und jägergrünem Mantel), laut zwischen den Regalen bei der gut 5 Meter entfernt stehend Verkäuferin: „Verzeihung, jetzt renne ich schon eine halbe Stunde hinter ihnen her und sie laufen immer weg“.

Antwort der Verkäuferin: „Eine halbe Stunde ? Wir haben erst gerade vor 3 Minuten geöffnet.“

Und irgendwie war ja klar, dass jetzt noch etwas von der Beschwerdeführerin gesagt werden musste: „Unverschämtheit“

Übrigends, es stimmte was die Verkäuferin sagte. Der Laden hatte gerade eben erst aufgeschlossen.

Musik Geschmack

Musik Geschmack der Baden-Württemberger, nachzulesen auf der Ergebnisliste des SWR1, zur Hörerwahl der Top 1111 Hits.

Nix mit Abba und Trallala, sondern Dire Straits, Metallica, Deep Purple und vor allem Led Zeppelin mit Stairway to Heaven, hört und liebt man im Ländle.

Musik von Könnern, die noch richtige Instrumente spielten.

Seit 3 Tagen höre ich die SWR 1 Hörer Hitparade. 1111 gewählte Hörer Hits. Super Musik. Momentan läuft Deep Purple mit dem Song April, auf Platz 23. Die SWR 1 Hörer Hitparade ist genau mein Ding. Klasse.