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Wanderung zum Hohen Urach

Es ist der 1. Dezember 2018. Vom Winter ist nicht viel zu spüren. Es ist trocken, nur leicht bewölkt und ungefähr 8 Grad warm. 

Gelegenheiten muss man nutzen und somit war dieser Tag eine Einladung zu einer

Wanderung zum Hohen Urach.

Eine Burg, deren Grundsteinlegung im Jahr 1025 war und deren Ruine hoch über dem Städtchen Bad Urach thront.

foto landscape

Anreise: Am Ortseingang aus Richtung Reutlingen kommend, biegt man rechts ab zum gut ausgeschilderten Parkplatz Am Wasserfall. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisend, nimmt man den Zug, der von Metzingen kommend nach Bad Urach fährt und steigt an der Haltestelle Wasserfall / Kurgebiet aus.

Waldweg foto

Die Parkplätze sind gebührenpflichtig. Es gibt nur einen Tarif und zwar den für 3.- €. Dafür kann man jedoch den ganzen Tag dort parken. Vom Parkschein kann man eine Hälfte abreisen. Auf dieser steht, dass man den örtlichen Stadtverkehrsbus mit 5 Personen nutzen kann. Zu erwähnen ist noch, dass kontrolliert wird, ob man einen Parkschein hinter der Windschutzscheibe liegen hat. Falls nicht, sponsort man die Stadtkasse mit 10.- €. 

Foto Hohen Urach

Anmerkung : Ich persönlich glaube beinahe, dass dieser Strafzettelschreiber in der kleinen Gaststätte sitzt, die sich auf dem Parkplatz befindet, mit dem Fernglas aus dem Fenster glotzt und bei Bedarf schnell raushüpft um sein Zettelchen in höchster Erregung am Scheibenwischer des Verbrecherautos Touristenautos anbringt.

Infotafel

Die Wanderung selbst beginnt mit einem bequemen Weg dem dortigen Bächlein folgend. Schon nach wenigen Minuten hält man sich links und folgt den Schildern in Richtung Hohen Urach.

Zisterne

Steiler und steiler wird der Weg bergauf. Gutes Schuhwerk ist auf jeden Fall erforderlich. Der Weg führt durch den Wald und ist weiter oben, nahe der Burg, durchaus rutschig. Man bedenke, es ist Dezember. Laub liegt überall, es ist feucht und der Weg unbefestigt aus Schotter und Steinen.

Burg Foto

Die letzten 600 m sind die anstrengendsten, weil der Anstieg zum Eingang der Burg ist steil. Der Zeitaufwand vom Parkplatz bis dorthin beträgt ungefähr 1 Stunde.

Ist man in der Burg, überrascht diese mit einer doch größeren Fläche als der Wanderer vielleicht erwartet hatte. In den Burghöfen befinden sich sogar 2 Zisternen, die natürlich abgedeckt sind.

landscape Foto

Die Aussicht auf die gegenüberliegenden Berge der Schwäbischen Alb und in das Ermstal sind grandios.

Die Wanderung geht weiter zum Wasserfall. Von der Burg Hohen Urach sind es rund 3 km durch das Waldgebiet.

Wasserfall Foto

Am Wasserfall  befindet sich eine Vesperhütte, die in den Sommermonaten geöffnet ist.

Von dort hat man mehrere Möglichkeiten weiterzuwandern. Da mir die Wege jedoch zu rutschig waren, bin ich die Stufen entlang des Wasserfall nach unten ins Tal marschiert.

In den ganzen Jahrzehnten habe ich allerdings noch nie gesehen, dass der Wasserfall ausgetrocknet war. Ein kleines Rinnsal plätscherte kraftlos herunter. Nicht einmal das Moos an den Felsen war richtig feucht. Es fehlen definitiv einige Wochen Regen, damit sich dies wieder normalisiert.

Wasserfall Foto

Unten angekommen, geht man noch etwa 20 Minuten den Weg entlang zum Parkplatz.

Diese Wanderung beträgt nur knapp 7 Kilometer und ist in 2 Stunden ohne Pausen gut machbar. Man sollte jedoch das Gelände nicht unterschätzen, so dass ich es insgesamt als mittelschwer einstufe. 

Ich habe mir wenig mehr als 3 Stunden Zeit genommen, denn die Aussicht  und Natur ist viel zu schön, um achtlos daran vorüberzugehen.

Winterwanderung Wasserfallsteig

Eine Winterwanderung am Wasserfallsteig

wasserfallsteig jpg

Der Wasserfallsteig wurde 2016 zum schönsten Wanderweg in D gewählt. Meine heutige Rundwanderung führte nur zu Teilen über diese schöne Strecke. Dies war der Witterung, dem Winter, der Zugänglichkeit und meiner eigenen Sicherheit geschuldet. Ich denke hierbei an möglichen Schneebruch, also an Bäume die unter Schneelast stehen. Oder an rutschige schmale Wege im Gefälle bzw. in den Steigungen, die ich vermieden habe.

Gestartet bin ich am Bahn Haltepunkt Bad Urach Wasserfall. Von dort der Beschilderung in Richtung Gütersteiner Wasserfälle gefolgt.

Auf den Wanderwegen ein wenig im Zick-Zack Kurs unterwegs gewesen. Denn, wie bereits erwähnt, es ist Winter und nicht alles gut begehbar. Ein Teilstück war sogar wegen eines Erdrutsches gesperrt.

So wurden es Umwege und größere Bögen auf meinem Weg. Was jedoch in Ordnung ist, denn bekanntlich ist ja der Weg das Ziel.

wasserfall jpg

Letztendlich bin ich dann über einen verschneiten Weg durch den Wald an den Gütersteinen Wasserfällen angekommen.

Ein im Winter wunderschöner, beinahe mystisch wirkender Ort.

Man möge bedenken, dass einst ein Kloster dort stand. Ein Zisterzienkloster.  Vor rund 900 Jahren gegründet, im Laufe der Jahrhunderte zu einem Kartäuserkloster umgewandelt und circa 1560 aufgegeben. Man weiß, dass es dort sogar 2 Kirchen mit prächtigen Altären gab. Es war ein Wallfahrtsort, hinten in einem Tal, in die Berge gebaut. Teile der Ausstattung stehen heute im Germanischen Museum in Nürnberg oder in Kirchen der hiesigen Region.

Nur 50 Meter oberhalb dieser Stelle befindet sich die Gütersteiner Kapelle, die an das Kloster erinnern soll.

Ein Blick ins Innere der Kapelle.

Ein sehr zufriedener Wanderer ist mir da vor die Kamera gelaufen.

Auf dem Rückweg durch das Maisental mit Blick auf neuere Wohngebiete von Bad Urach.