Maid in Singapore

Der Job einer Maid in Singapore ist nicht einfach.

Der WDR hat diese Tage eine Reportage darüber gesendet.

Sehenswert, da qualitativ gut und inhaltlich richtig.

Zur Reportage , die sich “Maid zum Mitnehmen” nennt.

Noch ein paar Anmerkungen meinerseits dazu : Wie mir eine ehemalige Mitarbeiterin (Sekretärin) einer Agency in Singapore sagte, sind etwa 20 Prozent der Arbeitsverhältnisse mit Schwierigkeiten verbunden. Man versucht dann Lösungen zu finden. Das Problem dabei ist, dass es oft Aussage gegen Aussage gibt, von Arbeitgebern und der Haushaltshilfe.

Wenn keine Lösung gefunden wird, sucht die Agency eine neue Familie, bei der die Maid arbeiten kann. Wie in der Reportage korrekt gesagt wurde, muss die Maid in den ersten 6 Monaten ihre Schulden beim Arbeitgeber bzw. bei der Agency zurückzahlen. Diese haben Flug nach Singapore und Auslagen für das Prozedere zunächst bezahlt. Wenn die Maid aber nach 6 Monaten in einen anderen Haushalt vermittelt wird, fallen wieder 3 Monatslöhne  Gebühren für sie an. So gibt es tatsächlich Härtefälle, bei denen eine Filipina bis zu 1 Jahr gearbeitet hat und keinen Dollar davon sieht.

An Misshandlungen gegenüber der Maid, so erzählte mir die Agentur Mitarbeiterin, gibt es teils grausame Körperverletzungen. Zum Beispiel wurde das heiße Bügeleisen auf die Hände und Arme einer Filipina gehalten.

Dann gibt es immer wieder Probleme, bei denen der Hausherr meint, er müsse die Maid belästigen. Da kann es dann auch sein, dass die Hausherrin ein Eifersuchtsdrama abzieht.

Die Verträge zwischen Agentur und Filipina sehen i.d.R. auch einen freien Tag vor. Aber immer wieder gibt es Arbeitgeber, die diesen nicht gewähren. Manchmal bekommen sie sogar Sprechverbot. Sie dürfen sich also nicht mit anderen Filipinas  unterhalten, wenn sie diese zufällig im Haus oder Nachbarschaft treffen. Häufig ist es auch so, dass sie ständig überwacht wird, weil zum Beispiel die Großmutter des Haushaltes immer da ist. Die Mitarbeiterin der Agentur sagte mir, dass es in erster Linie mit Chinesen Haushalte den Ärger gibt. Andere Nationalitäten, von denen es auch viele in Singapore gibt, machen ihrer Maid in den seltensten Fällen Schwierigkeiten.

Die Laufzeit eines Vertrages ist 2 Jahre. Dieser kann um weitere 4 verlängert werden. Vorzeitiges Auflösen seitens der Maid ist nicht vorgesehen. Das würde sehr teuer für sie.

Die Filipina darf Singapore nur verlassen, wenn sie die Erlaubnis dazu hat. Sprich offiziell Urlaub und sie benötigt die Bestätigung behördlicher Seite dazu, sonst kommt sie am Airport nicht raus zu ihrem Flug. Und am Ende des Arbeitsverhältnisses muss  sie noch vor Ausreise einen Gesundheitstest erledigen, eine Art Police Clearance und der Nachweis dass keine Schulden in Singapore offen sind.