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Karfreitag auf den Philippinen

Die typische Berichterstattung zum Karfreitag auf den Philippinen, überlasse ich den stets schlecht informierten dt. Medien dieses Land betreffend.

Wir alle wissen inzwischen, dass es dort Veranstaltungen gibt, welche die Kreuzigungen nachspielen. Und wir wissen, dass diese jedes Jahr noch eines oben drauf setzen, um das vorige Jahr zu toppen, um noch mehr Schaulustige anzulocken oder um noch mehr Show  darzubieten. Und wir wissen alle, dass die katholische Kirche auf den Philippinen diese Kreuzigungen nicht für gut heißt.

Aber woher kommt diese Hörigkeit, Bindung oder Abhängigkeit in diesem Land zur Kirche ? Dazu müssen wir die Geschichte näher anschauen.

Bereits im 16. Jhd, kamen mit den Spaniern die Missionare. Die Spanier fingen an, eine Feudalherrschaft aufzubauen. Frei nach dem Motto, uns gehört das Land, wir verteilen es unter wenigen Großgrundbesitzern und das Volk muss für uns arbeiten. Dies zog sich wie ein roter Faden durch die Jahrhunderte. Später fielen die Philippinen den USA zu, und die änderten an diesem System auch nichts, sondern benutzten das Land nur.

Und so etablierten sich letztendlich Clans und Großfamilien, denen bis heute das meiste gehört. Und diese Clans sitzen natürlich auch in der Politik und haben die wesentlichen Schlüsselstellen alle besetzt. So fand sich die Kirche und deren Missionare in der Rolle wieder, etwas für die ärmsten zu tun, um den Abstand zwischen politischem Establishment und der verarmten Bevölkerung zu verringern.Es herrschte insgesamt eine unglaubliche Armut und wirklich Hunger in der allgemeinen Bevölkerung. Es war klar, dass sich dann Gruppen bildeten, die sich mit Überfällen das eigene überleben sicherten.

Als man in den siebziger Jahren einen Aufschwung auf den Philippinen hatte, kam dieser Diktator Marcos an die Macht. Und auf einmal wirkten die Philippinen aufgeräumt und sicher. Das wurde aber mit brutaler Waffengewalt bewerkstelligt. Hunderttausende verschwanden über Nacht Sie kamen in Gefängnisse, wurden erschossen oder wagten sich aus ihren Slums nicht mehr heraus.

Die einzigen die noch da waren, waren Missionare der unterschiedlichsten kirchlichen Organisationen. Unter Marcos wurden die Clans, die ihn unterstützten, noch erfolgreicher und rigoroser. Sie konnten sich den Rest des Landes auch noch unter den Nagel reißen. Und weiten Teilen der Bevölkerung ging es schlecht als je zuvor. Die einzigen die davon profitierten, war der Beamtenapparat unter Marcos. Dieser war allmächtig, korrupt, benahm sich selbstherrlich nach eigener Willkür. Ich bin der Meinung, jeder der heute sagt, damals war alles besser, hat entweder davon auf Kosten anderer profitiert oder die Geschichte nicht verstanden.

Aus der Armut heraus bildeten sich vielerorts Gruppen, die sich in den Bergen versteckten. Sie waren so arm, dass sie oft von Missionaren mit Projekten unterstützt wurden. Marcos bezeichnete diese flüchtenden Menschen und Gruppen als kommunistisch. Davon waren sie aber in den siebziger Jahren weit entfernt. Es ging um das reine überleben.

Marcos befürchtete eine politische Unterwanderung und ließ diese Gruppen von seinen Schergen jagen. Als er sich nach Verkündung des Kriegsrechts nochmals selbst als Präsident im Amt verlängerte, ließ er sogar Missionare und Priester auf der Insel Negros ermorden, weil sie nach seiner Meinung und der lokaler politischer Größen, zu sehr die “subversiven Elemente” unterstützten.

Daraufhin ermutigte sogar der Bischof von Manila, die Missionare und Priester, sie sollen die Menschen unterstützen, die Marcos als Rebellen bezeichnete.

Und so bildeten sich dann Gruppen wie People Power, die immer weiter wuchsen und letztendlich mit Unterstützung der Kirche die People Power Revolution starteten, bei welcher Marcos dann ins Exil ging und Corazon Aquino an die Macht kam.

Und das ist ja alles noch nicht so lange her. Sondern spielte sich in der zweiten Hälfte der achtziger Jahre ab. Deswegen weiß ein großer Teil der Bevölkerung noch genau, von wem sie als einzige Institution Hilfe zum überleben bekam. So ist es teils nicht verwunderlich, warum die Kirchen auf den Philippinen so voll sind und auf deren Meinung und Ansichten gehört wird.

Dieses Thema ist hier natürlich nur ganz grob umrissen. Würde ich tiefer darin einsteigen, würde es den Rahmen eines Blogs sprengen. Aber ich meine, es gibt mit diesem Beitrag eine ungefähre Vorstellung darüber, wie zerissen die Philippinen im Inneren sind und welche Rolle die Kirche dort spielt.

Katholische Bischofskonferenz Philippinen macht sich lächerlich

Die katholische Bischofskonferenz auf den Philippinen macht sich lächerlich, wie ich finde.

Sie fordert den Rücktritt der Gesundheitsministerin, weil am Valentinstag auf dem Dangwa Blumenmarkt in Manila, von Mitarbeitern des Department of Health (DOH) Kondome verschenkt wurden. Dies wird gelegentlich im Rahmen von Aufklärungskampagnen gemacht.

Vom Regierungspalast wurde die Rücktrittsforderung abgelehnt und trotzdem legte die Bischofskonferenz noch eines nach und sagte, es sei kein Platz mehr für die Ministerin in der Regierung mit ihren unmoralischen Methoden der Geburtenkontrolle.

Wie hoch der Einfluss dieser Bischöfe ist, zeigt sich auch daran, dass man von Regierungsseite meint deutlich zu machen, dass  jede direkte Beteiligung der Ministerin mit dieser Aktion bestritten wird. Zudem hätte nicht das DOH die kondome bezahlt sondern sie seien von den Herstellern gesponsert.

Anstatt “vor der eigenen Tür zu kehren” und in den eigenen Reihen aufzuräumen mit ihren Sexualpraktiken (siehe Irland, siehe Jesuiten, siehe Skandale in D oder A) mischt sich die katholische Kirche hier wieder in Dinge ein, bei denen sie schon lange nichts mehr in der Welt zu melden haben sollten.

Das ist meine Meinung zu der ich auch stehe.