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Gleichstellungsreport Philippinen Platz 5

Im Gleichstellungsreport,  Global Gender Gap Report, belegen die Philippinen Platz 5

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Dieser Gleichstellungsreport wird jährlich vom World Economic Forum herausgegeben. Platz 5 hört sich ziemlich gut an. Wenn man dies mit allen anderen Ländern vergleicht, sieht Deutschland ganz schön alt dagegen aus.

Es lohnt sich, mal einen Blick über den Tellerrand zu werfen, um zu erkennen, dass andere Länder auf der Überholspur sind oder zumindest zum überholen ansetzen. Davon sind die Philippinen zwar noch weit weg, aber andere Länder eben nicht.

Der Global Gender Gap Report ermittelt praktisch die Kluft zwischen Männern und Frauen. Und in der Tat ist es so, dass auf den Philippinen die Frauen den Männern gleichgestellt sind. Wenn auch im Alltag die Rollenverteilung eher traditionell ist. Aber dies wird hier nicht ermittelt und erforscht.

Thema Berufswelt. Es ist nun mal so, dass eher die Frauen fleissig sind, arbeiten gehen und das Geld herbei bringen als die Männer. Die machen es sich eher bequem, weil sie fühlen sich ja als Familienoberhaupt. Doch darauf geht dieser Report überhaupt nicht ein. So sieht die Statistik sehr gut aus, was die Berufstätigkeit der Frauen gegenüber den Männern anbelangt und das Ergebnis in dieser Kategorie relativiert sich ein wenig.

Die Schulbildung ist auf den Philippinen den Frauen uneingeschränkt möglich. Da stehen sich die Geschlechter gleich.

Frauen in Führungspositionen stellen die Mehrheit dar.

Und die medizinische Versorgung ist ebenfalls gleich. Wer Geld hat wird versorgt. Wer keines hat, wird nicht versorgt. Da sind Mann und Frau gleich schlecht dran.

Denn eines sagt der Report auch. Die Philippinen gehören zu den Ländern mit eher geringem Einkommen. Da sind sie zwar mit die besten aller armen Länder, aber Mann und Frau sind gleichgestellt arm.

Im Global Gender Gap Report wurden auch einzelne Ländergruppen miteinander verglichen.  Und auch in diesem Fall liegen die Philippinen recht weit vorn.

Vergleiche ich hingegen Deutschland ebenfalls in seiner Gruppe und mit den umliegenden Ländern in Europa, stehen wir trotzdem nicht gut da.

Ein insgesamt sehr interessanter Report, der zwar über die Lebensqualität nichts aussagt, aber einiges über die Kluft zwischen den Geschlechtern.

 

Tyrannen an der Schule

Auch auf den Philippinen werden sie immer jünger. Ein neues Gesetz nennt sie Tyrannen. Damit sind Personen gemeint, die andere drangsalieren, mobbing betreiben oder sogar Straftaten begehen.

So wurde diese Tage ein Gesetz erlassen, welches sich Anti-Bullying nennt und an Elementary sowie Secondary Schulen gilt.

ani-bullying

Damit sollen alle Handlungen verboten werden, die Gewalt gegenüber anderen verursacht. Es soll vor verbaler, körperlicher und elektronischer Gewalt schützen. Niemand darf wegen seiner Sprache, seines Aussehens, seiner Kleidung oder Herkunft angegriffen werden.

Das Gesetz besagt, dass die Schulen Maßnahmen zum Schutze der Kinder ergreifen müssen. Das Personal soll geschult werden und auch die Möglichkeit schaffen, anonyme Hinweise entgegenzunehmen und vor allem auch verpflichtet sein, diesen Hinweisen nachzugehen.

Bisher galten ähnliche Vorschriften per gesetzlicher Regelung nur ab HighSchool aufwärts. Inzwischen hat man aber den Handlungsbedarf bei Grundschülern erkannt.

Mondfest

Das Mondfest, Mooncake Festival, ist eine chinesische Tradition und fällt nach deren Kalender 2013 auf den 19. September,

Teile des Einzelhandel auf den Philippinen nehmen dies zum Anlass mit Aktionen zu dem Fest die Kunden in die Läden zu locken.

mooncakefestival

So haben zum Beispiel die SuperMalls angekündigt 3 Tage lang einen Aktionsverkauf rund um dieses Thema zu veranstalten.

Selbstbedienungsladen Philippinen

Im “Selbstbedienungsladen Philippinen” wurde diese Tage ein neuer Skandal bekannt und wie Politiker mal wieder in die eigene Tasche arbeiten.

Unter dem Namen pork barrel, offiziell priority development and assistance fund, PDAF, können und sollen Senatoren und Abgeordnete direkt Projekte in ihrem Wahlbezirk starten. Dort wo es “brennt” können sie unterstützend eingreifen.

Das ist dazu gedacht, um zum Beispiel Infrastrukturprojekte zu starten. Oder medizinische Ausstattungen zu unterstützen u.v.m.

Man liest dann an großen Tafeln Sätze wie: Gebaut von Senator… , gespendet von…, gesponsert von…

So können Politiker dem Volk direkt zeigen, sie tun was für die Menschen.

In diesem Topf haben die Damen und Herren Politiker natürlich selbst tief rein gegriffen. Man gründete Organisationen, die viele Projekte nur zum Schein durchführten und abrechneten. Gelder wurden hin und her geschoben, bis sie an der richtigen Stelle landeten. Und zwar in den Privatkassen von Senatoren und Kongressabgeordneten.

In den vergangenen Jahren wurden damit mindestens 10 Mrd Peso  umgeleitet. Und stündlich kommen neue Erkenntnisse zu diesem Skandal heraus.

Es sind teils die altbekannten Politiker, die schon wiederholt in ähnliche Dinge verwickelt waren. Sie sind ertappt und im Grunde überführt. Es passiert ihnen aber nichts, weil sie sich auf ihre Immunität berufen und damit offensichtlich immer wieder durchkommen.

Denn das erste was an öffentlichen Statements kam, ist nicht etwa ein Schuldgefühl oder etwaiges abstreiten. Nein, es ist die Erklärung, gegen einen Senator darf man nicht ermitteln, wegen der Immunität.

Somit schließt sich mal wieder der Kreis zu dem was ich und andere Philippinen Experten immer wieder sagen. Das Land ist in der Hand von rund 200 Familien und Clans, für die die Philippinen ein Selbstbedienungsladen ist.

Tabaksteuer

Auf den Philippinen wird die Tabaksteuer erhöht.

Auf eine Schachtel Zigaretten werden aktuell 2.75 Peso Steuern erhoben. Schrittweise soll dies bis 2016 auf 32 Peso gesteigert werden.

Die Gegner argumentieren damit, dass dies viel zu viel sei und Rauchen unglaublich teuer werde. Dies würde den Schmuggel kräftig anheizen.

Die Befürworter sagen jedoch, dass die momentane Tabaksteuer von 2.75 Peso gar nichts wäre und jetzt erstmalig richtig Steuern verlangt werden. Eine Schachtel Zigaretten für derzeitige 15 Peso kostet dann 2016 immer noch weniger als 50 Peso.

15 Peso sind übrigens heute so etwa rund 25 Cent.

Mal ganz abgesehen von der Steuer, kann die 15 Peso Glimmstängel sowieso niemand rauchen ohne gleich fürchterlich husten zu müssen. Da werden wohl die Inhalte uralter Matratzen in Papier gerollt verbrannt. Für Markenzigaretten bezahlt man so zwischen 26 und 35 philippinische Peso und in Zukunft eben bis zu 32 Peso weiter. Wobei man sich selbst bei Marken gelegentlich wundert, was das nun tatsächlich sein könnte. Auch wenn man meint, dass das Päckchen ein reguläres ist, weil in der Mall gekauft, steht manchmal drauf: Produced in the Philippines, only for Export. Das mag nun einer verstehen.

Vor 40 Jahren

Heute vor 40 Jahren, am 21. September 1972, verhängte der philippinische Diktator  Ferdinand Marcos das Kriegsrecht über das Land. Mindestens 30 000 Menschen wurden daraufhin in Gefängnisse gesteckt. Er baute seine Macht durch massives aufstocken des Militärs weiter aus. Viele Filipinos flohen ins Ausland.

Ursprünglich war er 1965 demokratisch gewählt. Seine zweite Amtszeit begann 1970. Es kam im Land immer mehr zu Unruhen, denn er wirtschaftete das Land herunter. Es bildeten sich militante Gegenbewegungen und er verhängte das Kriegsrecht. Weil er militärisch sehr amerikafreundlich war, wurde seine Diktatur dadurch gestützt. Verheiratet war er mit Imelda Marcos, die für ihren ausgeprägten Schuhtick berühmt wurde.

Er wurde als Verantwortlicher in Verbindung gebracht bei der Ermordung des Oppositionskandidaten Benigno Aquino Jr.,  Seine von ihm eingesetzte Aufklärungskommission kam sogar zum Ergebnis, dass es sich um eine Verschwörung des Militärs gehandelt hatte. Das wurde von Marcos jedoch ignoriert und er bestand auf die Version, dass es ein Einzeltäter gewesen war.

Der Druck auf ihn wurde immer größer und er veranlasste 1986 Neuwahlen, aus denen er als Sieger hervor ging. Jedoch war der massive  Wahlbetrug nicht übersehbar. Es kam zu immer größeren Demonstrationen und dabei zur sogenannten EDSA Revolution. Hunderttausende gingen auf die Straßen. Am 25. Februar 1986 wurde Corazon Aquino, die Ehefrau des ermordeten Benigno Aquino zum Präsidenten vereidigt. Gleichzeitig ließ sich Marcos von seinen Getreuen vereidigen. Am Abend floh er jedoch mit Hilfe des US Militärs nach Guam und ging dann ins Exil nach Hawaii.