Die Unvollendete

Die Unvollendete. Damit meine ich aber nicht die Symphonie Nr. 8 von Franz Schubert, sondern eine schlichte Strassenlaterne.

Es begab sich in Reutlingen im Sommer 2013. Zu einer Zeit, als das Wetter noch heiß war und die Auftragsbücher der Baufirmen voll.

Man erneuerte das Niederstromnetz in unserer Strasse. Dazu wurden Löcher gegraben. Denn das tun sie gern, die Bauarbeiter. Bunte Kabelrohre wurden nach und nach verlegt. Jeden morgen das gleiche Spiel. Um 7 in der früh wird es laut. Man bohrt Löcher mit dem Preßlufthammer, man gräbt mit dem Bagger, man brüllt vor den Schlafzimmerfenstern herum. Denn das tun sie auch gern, die Bauarbeiter. Und das heißt so viel wie : “Liebe Anwohner, wir sind jetzt da. Seht her, es geht vorwärts auf der Baustelle”. Wenngleich man sie dann den Rest des Tages auch nicht mehr sieht.

Nach 2 Monaten war es dann geschafft. Kabel verlegt, Löcher wieder zu, alte Laternenmasten entfernt und neue Laternenmasten gesetzt. Der letzte Tag vor den Schulferien und die Baustelle wurde komplett geräumt.

Schön leuchten sie nun des Nachts, die neuen Straßenlampen.

Außer eine. Denn da fehlt etwas Entscheidendes daran.

einsamer-laternenmasten

 

Ob da nach 2 Monaten vielleicht noch eine Lampe montiert wird ? Oder steht der Laternenpfahl einfach nur da, weil er schön aussieht.

Bin mal gespannt.