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Erlebnisse mit dem 9 Euro Ticket

Ein paar Erlebnisse mit und um das 9-Euro-Ticket.

Alle sind so passiert und manchmal versteht man es wirklich nicht mehr, was manche Menschen so umtreibt.

Gleich zu Beginn des 1. Wochendes, am Freitag vor Pfingsten, waren die Züge rappelvoll. Was sowieso jedes Jahr so ist, da sehr viele nach Hause fuhren, zu ihren Familien. Oder ein paar Tage in Urlaub wollten.

Trotzdem will man sich mit Pedelec und Gepäcktaschen im Feierabendverkehr in bereits übervolle Züge drängen und ist beleidigt, dass andere Reisende ziemlich sauer reagierten.

“Können Sie uns helfen?” fragte ein paar Rentner. Und bekamen von denen, die einfach nur nach Hause wollten, entweder keine Antwort oder ein klares “Nein” gesagt.

Es ging wirklich nichts mehr an den Türen vorwärts. Und trotzdem wollten die rein. Und fangen noch an herumzumotzen, als sie abgewiesen wurden.

An Pfingsten selbst waren die Züge wohl gut besucht. Wir hingegen waren praktisch alleine unterwegs an den Ortern, zu denen man nicht mit dem Zug hingelangt, aber trotzdem Ausflugsziele sind. Saßen wohl alle in den Zügen.

Am Dienstag nach Pfingsten waren die Züge wieder voll, mit Fahrgästen, die Einkaufstüten dabei hatten. Und so ging das natürlich die gesamte Woche weiter. Was verständlich ist, jedoch denen, die auf dem Weg von und zur Arbeit waren, täglich Stehplätze einbrachte.

Dann gibt es noch die Reisenden, die komplett überfordert zu sein scheinen.

Frau, geschätzt Mitte 40, fragt :”Ist das der Zug 15:06 h von Gleis 1 ?” Zugpersonal antwortet: “Nein, das ist der Zug 14.50 h von Gleis 3 und der fährt jetzt ab mit dem selben Ziel.”

Frau: “Aber da steht im Internet, der fährt 15:06 h !!!!”

Zugpersonal: “Das ist dann der nächste Zug, der danach fährt.

Frau: “Nein, das stimmt doch nicht, was Sie sagen” läuft weg und motzt noch herum “Shice  Bahn”

Andere wiederum können an den Anzeigetafeln nicht unterscheiden zwischen Ankunft und Abfahrt.

Dann folgte das zweite Wochenende mit diesen absolut unvernünftigen Radfahrern. Die Ansage am Bahnsteig sagte mehrmals durch, dass Fahrradmitnahme nicht mehr möglich ist, wegen Überfüllung des Zuges. Und trotzdem blockiert man die Türen, weil man überhaupt nicht rein kommt. Das juckt diese Leute nicht. Der Zug kann nicht abfahren und steht und steht. Erst die Androhung, dass die Polizei geholt wird, lässt diese Radfahrer sehr widerwillig aus dem Türbereich zurücktreten. Nicht ohne das Zugpersonal lautstark zu beschimpfen und zu beleidigen.

Letztendlich führten diese Vorgänge dazu, dass Züge auf Teilstrecken komplett ausfielen, weil sie die vorgesehene Strecke auf Grund Verspätungen nicht mehr fahren konnten.

Das 9-Euro-Ticket ist ja keine schlechte Sache. Aber von Politikern nicht mal ansatzweise durchdacht. Es sollte die Berufspendler finanziell entlasten. Nicht mehr und nicht weniger.

Und noch eine Randbemerkung. Auch wir haben Pedelecs und manchmal auch Gepäcktaschen dabei. Aber auf die Idee damit Zug fahren zu wollen, kommen wir nicht. Weil das ist zu doof, sich das antun zu wollen.

Bus und Bahn in New York City

Unterwegs mit Bus und Bahn in New York City.

Damit ist gemeint, mit dem Bus zur nächsten Subway Station und dann weiter mit der New York Subway an sein Tagesziel.

Am einfachsten ist dies mit einer Zeitkarte, wie einer Wochenkarte. Diese kostete im Mai 2022 am Automaten 33 Dollars

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Diese MetroCard von MTA berechtigt zu beliebig vielen Fahrten in ganz New York City. Mit Ausnahme von 2 Bahnlinien.

Die Tickets kann man an beinahe jeder Station kaufen. Sie sind sogar 2 Jahre lang wiederaufladbar. Bezahlt wird mit Kreditkarte. An dem MTA Automaten, denen wir zielsicher ausgesucht hatten, wurde die Eingabe des Zip-Codes verlangt. Dies passiert immer wieder mal in den USA. Man kann dann versuchen 5 x die Null einzugeben. Dann kapiert der Automaten, dass es sich um eine ausländische Kreditkarte handelt und der Bezahlvorgang kann abgeschlossen werden.

Fährt man Bus, steckt man die Karte ins Lesegerät und möchte man mit der Subway fahren, zieht man den Magnetstreifen durch das Lesegerät durch.

Die Subway Stationen sind teilweise nur schwer zu finden. Es sieht oft aus wie schmale Kellertreppen, die in ein halbdunkles Loch führen. Zu manchen Uhrzeiten ist dort ein unglaubliches Gedränge.

Manchmal sind die Haltestellen selbst ziemlich abgeranzt.

Eng und dunkel, obwohl es  Halte in Manhattan sind, mit hohem Fahrgastaufkommen.

Manchmal sind sie neu und modern. So wie am World Trade Center. Diese Subway Station ist auch gleichzeitig ein Denkmal zu einem der Türme des Terroranschlages 9/11

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Innen ist es überraschenderweise sehr leise, trotz der sich dort befindlichen Geschäfte

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Um sich in dieser riesigen Stadt mit ihren vielen Buslinien und Subways zurechtzufinden, ist ein wenig Vorbereitung notwendig. Die Busse fahren rund um die Uhr. Sie kommen eben wann sie kommen. In der Rush Hour alle paar Minuten, manchmal 2 oder 3 direkt hintereinander. Manchmal wartet man 10 Minuten. Bei der Subway sollte man vorsichtiger sein was die Betriebsdauer anbelangt. Denn die stellen in der Nacht den Betrieb ein. Was früher nicht so war.

Am besten plant man seine Tagestour am Vorabend. New York City ist flächenmäßig wirklich groß und man kann immer nur einen Teil von Manhattan anschauen. Mit Maps, Karten und Street View zunächst online den Bereich aussuchen und dann passend dazu seine Subway Line, Umsteigeorte und Aussteigeorte heraussuchen. Dann findet man sich ganz gut zu recht. Sind 3 Bahnsteige vorhanden, fährt auf dem mittleren der Express. Diese Züge sind ganz praktisch, wenn man weit raus fährt. Gekennzeichnet sind sie mit einem weißen Karo oder Diamanten vorne an der Spitze des Zuges.

Im App Store gibt es die Transit App. Diese funktioniert in vielen Städten einwandfrei. Auf einzelnen Linien sogar als Live App.

An den Bushaltestellen steht angeschrieben, wo der Bus überall anhält. In der Subway steht es elektronisch irgendwo an der Decke oder Seite. Weil die Linien so lang sind, stehen nicht alle Halte dran. Diese werden dann im Verlauf der Fahrt eingeblendet.

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Nicht alles ist unterirdisch. Das hier ist die Line 7 und die 36. Street. Streckenweise verlaufen die Gleise wie bei einer Hochbahn. Befindet man sich als Fußgänger unten auf Straßenebene, fliegen dir vom Geratter die Ohren weg. Die Anwohner ertragen es stoisch oder sind vermutlich schon taub.

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Wer sich nicht benehmen kann, muss mit hohen Strafen rechnen.

Tagsüber war die Subway sehr voll. Unsicher haben wir uns nie gefühlt, obwohl bei jeder  Fahrt irgendwelche Bekloppten im Zug saßen.

Die meisten Hotels für Touristen befinden sich in Manhattan und dann wird man nicht so viel mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren.

Wir wohnten jedoch privat bei Verwandten in Queens. Um zu den Sehenswürdigkeiten zu gelangen, fuhren wir täglich etwa 20 Minuten mit dem Bus. Und anschließend bis zu 40 Minuten mit der Subway. Also mitten drin im New Yorker Leben. Was am ersten Tag eine kleine Herausforderung darstellt. Am bereits am 2. Tag hat man das im Griff.

Abellio von SWEG übernommen

Bereits nach 18 Monaten ist das Eisenbahnverkehrsunternehmen Abellio in Baden- Württemberg so an die Wand gefahren, dass es durch das landeseigene Unternehmen SWEG gerettet werden muss.

Das bedeutet ab Januar 2022 betreibt die SWEG die Züge und Linien von Abellio im Südwesten.

Zuvor hatte das Unternehmen, welches eine Tochter der niederländischen Staatsbahnen ist, schon mitgeteilt, sein Personal wäre zu teuer, die Kosten wegen Verspätungen zu hoch, der Hersteller der Fahrzeuge liefere nicht, so dass Fremdfirmen angeheuert werden müssen….

Nicht einmal konnte man vom zuständigen Management lesen oder hören: “Wir können es nicht und haben ein Angebot damals erstellt, dass so nicht funktioniert…”

Und somit ist auch die Fachkompetenz des zuständigen Verkehrsministers in Frage gestellt.

Erst hat er einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag nachschieben dürfen. Wobei wir immer noch nicht wissen, wie hoch dieses niedrig denn tatsächlich war.

Und jetzt hat er nochmals 7 Millionen hingeblättert, für die Übernahme der Abellio Werkstatt und andere Verpflichtungen.

Dazu kommen natürlich die laufenden Kosten in den nächsten 2 Jahren. Bis dahin soll es eine neue Ausschreibung dieser Nahverkehrsleistungen geben. Auf diese dürfe sich dann die SWEG auch bewerben.

Es wird Zeit, dass der Verkehrsausschuss und das Finanzministerium sich offen legen lassen, wieviel Millionen das alles nun kostet.

Es scheint so richtig teuer zu werden für Baden-Württemberg. Gar nichts ist gespart, wie vor 2 Jahren noch behauptet wurde.

Hatte er einst nicht laut verkündet, er möchte keine roten Züge mehr in Baden-Württemberg sehen ? Und hat dann in Baden-Württemberg in mehrere Lose erfunden und vergeben. Zum Beispiel an Abellio.

Und der andere Eisenbahnunternehmer, GoAhead, hat bekanntlich immer noch mehrere Dutzend Lokführer ausgeliehen, die bei der DB sind.  Ohne DB Regio würde dort wohl auch einiges an Zügen ausfallen.

In Baden-Württemberg und auch anderen Bundesländern zeigt sich immer mehr, dass dieser Auschreibungswahnsinn und die Vergabe an Nahverkehrsleistungen schlichtweg nicht funktionieren. Denn auch andere gingen in die Pleite oder wollen sich aus D zurückziehen.

Der öffentliche Nahverkehr gehört nicht verkauft. Eine in der Theorie sicherlich gut gemeinte Umorganisation des Schienennahverkehrs erweist sich in der Praxis als nicht funktionierend.

Wäre schön, wenn der Verkehrsminister Hermann seine Fehler erkennt und zurücktritt.

Gewerkschaft EVG hat hart verhandelt

Die Gewerkschaft EVG, welche in ihre Nullrunde eine Loserklausel einarbeiten hat lassen, in welcher sinngemäß steht, falls wir nichts gebacken bekommen, die GdL jedoch tatsächlich etwas erreicht, wollen wir das auch haben, wurde “aktiv”.

Nachdem die GdL bekanntlich erfolgreich Tarifabschlüsse erstreikt hat, kündigte der Loser Verein an, sie würden jetzt auch hart verhandeln und gegebenenfalls streiken.

Dann haben sie bei der GdL abgeschrieben und der DB Personalvorstand hat es abgesegnet.

Jetzt feiert diese EVG ihren unglaublichen Erfolg und kassiert dafür übrigens 1,1 % Mitgliedsbeitrag ab. Für nix.  Für die Arbeit anderer.

Der Mitgliedsbeitrag der GdL beträgt übrigens nur 0,8 % und bietet dafür sogar insgesamt bessere Leistungen im Gesamtpaket an.

Aber wie auch immer, trotz Abschreiben ist der EVG Tarifvertrag immer noch schlechter als der, der GdL. Schon das ganze Zeugs bezüglich Planbarkeit der Schichteneinteilung, der Freizeitplanung und der Jahresüberblick hat nur die GdL. Die anderen kann man zeitlich so kurzfristig mit Arbeit eindecken, wie es dem Diensteinteiler gefällt.  Na denn, wem es gefällt, soll damit glücklich werden.

EVG Verlierer Gewerkschaft

Für mich und viele andere auch, ist die

EVG die Verlierer Gewerkschaft schlechthin.

Ihr Vorstand hat durch seinen weichgespülten Kurs  eine ganze Gewerkschaft an die Wand gefahren. So zumindest mein Eindruck.

Sie vereinbarten NICHTS, außer einer Art Kündigungsschutz für Eisenbahner. Das ist jedoch so was von lächerlich, denn es besteht beinahe in allen Berufsgruppen ein Mitarbeitermangel. Sollte jemals doch ein Arbeitsplatz nicht mehr notwendig sein, gehört er weg. Der Konzern bietet schließlich so viele andere Möglichkeiten intern an. Da braucht keiner Angst zu haben.

Diese Glanzleistung “verkauft” nun diese EVG als Vorarbeit für den GDL Abschluss. Dabei polemisieren EVG  “Fundamentalisten”, beleidigen, beschimpfen auf allen Kanälen und manche belügen sich  sogar selbst sowie andere.

Die Tarifabschlüsse zum Vergleich. Entnommen einem GDL Flyer der Bezirkes Nord :

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Entnommen Flyer GDL Bezirk Nord

Warum EVG Funktionäre so in Panik sind, vermag ich nicht zu beurteilen.

Sie haben nach außen hin zumindest keinen Grund hierzu. Haben sie doch in ihrer Null-Nummer eine als Loser Klausel bezeichneten Satz mit eingebaut, welcher sinngemäß besagt, wenn eine andere Gewerkschaft einen besseren Abschluss tätigt, wollen wir diesen auch haben.

Seltsames Gebaren, wie ich finde.

Aber wenn man es nicht drauf hat, müssen sie es eben so versuchen.

 

Leere Regionalbahn

Eine leere Regionalbahn der Baureihe 650, zur späten Stunde, während der Ausgangssperre in Baden-Württemberg

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Das Foto wurde am Zielbahnhof gemacht, als der Zug stand. Während der Fahrt hat es jedoch auch nicht anders ausgesehen.

Man könnte nun diskutieren, ob es Sinn macht, durch die Gegend zu fahren. Es wird dazu keine richtigen oder falschen Antworten geben. Tatsache ist jedenfalls, dass die öffentliche Hand die gesetzliche Verpflichtung hat, für einen ordentlichen Nahverkehr zu sorgen, selbst wenn nur sehr wenige Menschen unterwegs sind. Corona kostet Geld. Auch in diesen Bereichen.

Abends fahren normalerweise schon auch viele von und zur Arbeit. Das sieht man ja, dass die Leute nicht zum Vergnügen unterwegs sind. Arbeitnehmer, die abends um elf unterwegs sind, können nicht im HomeOffice arbeiten, sondern sind in der Produktion von Waren tätig und in Dienstleistungen aller Art. Diese Fahrgäste fehlen nun seit Monaten. Aber mit Autos auf den Straßen sind sie auch nicht unterwegs. Die Industriegebiete sind dunkel. Keine Lichter an, in den Firmen, die in der Nacht  arbeiten. Das ist schlimm und nimmt für viele kein gutes Ende.

Sechs Fuffzig Null Null Eins

Der Sechs Fuffzig Null Null Eins

ist der erste und älteste seiner Art

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Richtig müsste es natürlich BR 650 heißen und er gehört zur Gruppe der RS1.

Der 001 war der erste dieser Reihe, ist von 1999 und fährt immer noch herum.

Auf dem Foto steht er allerdings, und zwar in einem kleinen Ort namens Entringen. Die Strecke ist ab dort zur Zeit wegen Modernisierungsarbeiten gesperrt. Und so wartet dieser Zug dort eine halbe Stunde, um dann wieder abzufahren in Richtung Tübingen und dieses Mal weiter nach Bad Urach.

 

Der letzte 22063

Der letzte RE 22063

auf der Neckaralb-Bahn der DB fährt in Tübingen ein, in der Nacht von Samstag 13.06. auf Sonntag 14.06.2020

RE

Ab sofort fährt eine anderer Firma den RE nach Stuttgart.

Foto letzter Betriebstag

Und die Mitarbeiter sagen leise Servus

foto servus

Und DB Regio hat nochmals die Faltfahrpläne neu aufgelegt, gültig bis 13.06.2020

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Annähernd 100 Personen, Mitarbeiter, Eisenbahnfans und treue Kunden hatten sich am Bahnsteig zur Verabschiedung eingefunden oder waren sogar extra mitgefahren.

 

 

 

 

Eine Ära auf der Neckar-Alb-Bahn geht zu Ende

Eine Ära auf der Neckar-Alb-Bahn geht heute zu Ende. 

Nach dem Willen des grünen Verkehrsminister in Baden-Württemberg, soll ab morgen eine GmbH dort fahren, die einer ausländischen Holding gehört. Der Ausverkauf deutscher Unternehmen setzt sich nahtlos fort. Während der Corona Krise wurden vermutlich bereits vielen die Augen geöffnet, über Vorgänge, die unsere Politiker verzapft haben. Alles wurde in fremde Hände abgegeben und uns selber fehlten wichtige Materialien.

Und so fährt künftig ein Verkehrsunternehmen, welches bei Halle große Schwierigkeiten hatte, welches in NRW auf allen ihren dort betriebenen Linien negativ in den Schlagzeilen ist. Ein Unternehmen welches auch in Baden-Württemberg Subunternehmer braucht um fahren zu können.

Daher fahren heute die letzten schönen Doppelstock RE, mit einer Lok der BR147, zwischen Tübingen und Stuttgart.

BR147

RE mit 147

Beinahe symbolträchtig zieht der RE der Neckar-Alb-Bahn unter mir vorbei

BR147

Das war’s dann wohl  🙁