Kategorie-Archiv: Trains

Gewerkschaft EVG hat hart verhandelt

Die Gewerkschaft EVG, welche in ihre Nullrunde eine Loserklausel einarbeiten hat lassen, in welcher sinngemäß steht, falls wir nichts gebacken bekommen, die GdL jedoch tatsächlich etwas erreicht, wollen wir das auch haben, wurde “aktiv”.

Nachdem die GdL bekanntlich erfolgreich Tarifabschlüsse erstreikt hat, kündigte der Loser Verein an, sie würden jetzt auch hart verhandeln und gegebenenfalls streiken.

Dann haben sie bei der GdL abgeschrieben und der DB Personalvorstand hat es abgesegnet.

Jetzt feiert diese EVG ihren unglaublichen Erfolg und kassiert dafür übrigens 1,1 % Mitgliedsbeitrag ab. Für nix.  Für die Arbeit anderer.

Der Mitgliedsbeitrag der GdL beträgt übrigens nur 0,8 % und bietet dafür sogar insgesamt bessere Leistungen im Gesamtpaket an.

Aber wie auch immer, trotz Abschreiben ist der EVG Tarifvertrag immer noch schlechter als der, der GdL. Schon das ganze Zeugs bezüglich Planbarkeit der Schichteneinteilung, der Freizeitplanung und der Jahresüberblick hat nur die GdL. Die anderen kann man zeitlich so kurzfristig mit Arbeit eindecken, wie es dem Diensteinteiler gefällt.  Na denn, wem es gefällt, soll damit glücklich werden.

EVG Verlierer Gewerkschaft

Für mich und viele andere auch, ist die

EVG die Verlierer Gewerkschaft schlechthin.

Ihr Vorstand hat durch seinen weichgespülten Kurs  eine ganze Gewerkschaft an die Wand gefahren. So zumindest mein Eindruck.

Sie vereinbarten NICHTS, außer einer Art Kündigungsschutz für Eisenbahner. Das ist jedoch so was von lächerlich, denn es besteht beinahe in allen Berufsgruppen ein Mitarbeitermangel. Sollte jemals doch ein Arbeitsplatz nicht mehr notwendig sein, gehört er weg. Der Konzern bietet schließlich so viele andere Möglichkeiten intern an. Da braucht keiner Angst zu haben.

Diese Glanzleistung “verkauft” nun diese EVG als Vorarbeit für den GDL Abschluss. Dabei polemisieren EVG  “Fundamentalisten”, beleidigen, beschimpfen auf allen Kanälen und manche belügen sich  sogar selbst sowie andere.

Die Tarifabschlüsse zum Vergleich. Entnommen einem GDL Flyer der Bezirkes Nord :

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Entnommen Flyer GDL Bezirk Nord

Warum EVG Funktionäre so in Panik sind, vermag ich nicht zu beurteilen.

Sie haben nach außen hin zumindest keinen Grund hierzu. Haben sie doch in ihrer Null-Nummer eine als Loser Klausel bezeichneten Satz mit eingebaut, welcher sinngemäß besagt, wenn eine andere Gewerkschaft einen besseren Abschluss tätigt, wollen wir diesen auch haben.

Seltsames Gebaren, wie ich finde.

Aber wenn man es nicht drauf hat, müssen sie es eben so versuchen.

 

Leere Regionalbahn

Eine leere Regionalbahn der Baureihe 650, zur späten Stunde, während der Ausgangssperre in Baden-Württemberg

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Das Foto wurde am Zielbahnhof gemacht, als der Zug stand. Während der Fahrt hat es jedoch auch nicht anders ausgesehen.

Man könnte nun diskutieren, ob es Sinn macht, durch die Gegend zu fahren. Es wird dazu keine richtigen oder falschen Antworten geben. Tatsache ist jedenfalls, dass die öffentliche Hand die gesetzliche Verpflichtung hat, für einen ordentlichen Nahverkehr zu sorgen, selbst wenn nur sehr wenige Menschen unterwegs sind. Corona kostet Geld. Auch in diesen Bereichen.

Abends fahren normalerweise schon auch viele von und zur Arbeit. Das sieht man ja, dass die Leute nicht zum Vergnügen unterwegs sind. Arbeitnehmer, die abends um elf unterwegs sind, können nicht im HomeOffice arbeiten, sondern sind in der Produktion von Waren tätig und in Dienstleistungen aller Art. Diese Fahrgäste fehlen nun seit Monaten. Aber mit Autos auf den Straßen sind sie auch nicht unterwegs. Die Industriegebiete sind dunkel. Keine Lichter an, in den Firmen, die in der Nacht  arbeiten. Das ist schlimm und nimmt für viele kein gutes Ende.

Sechs Fuffzig Null Null Eins

Der Sechs Fuffzig Null Null Eins

ist der erste und älteste seiner Art

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Richtig müsste es natürlich BR 650 heißen und er gehört zur Gruppe der RS1.

Der 001 war der erste dieser Reihe, ist von 1999 und fährt immer noch herum.

Auf dem Foto steht er allerdings, und zwar in einem kleinen Ort namens Entringen. Die Strecke ist ab dort zur Zeit wegen Modernisierungsarbeiten gesperrt. Und so wartet dieser Zug dort eine halbe Stunde, um dann wieder abzufahren in Richtung Tübingen und dieses Mal weiter nach Bad Urach.

 

Der letzte 22063

Der letzte RE 22063

auf der Neckaralb-Bahn der DB fährt in Tübingen ein, in der Nacht von Samstag 13.06. auf Sonntag 14.06.2020

RE

Ab sofort fährt eine anderer Firma den RE nach Stuttgart.

Foto letzter Betriebstag

Und die Mitarbeiter sagen leise Servus

foto servus

Und DB Regio hat nochmals die Faltfahrpläne neu aufgelegt, gültig bis 13.06.2020

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Annähernd 100 Personen, Mitarbeiter, Eisenbahnfans und treue Kunden hatten sich am Bahnsteig zur Verabschiedung eingefunden oder waren sogar extra mitgefahren.

 

 

 

 

Eine Ära auf der Neckar-Alb-Bahn geht zu Ende

Eine Ära auf der Neckar-Alb-Bahn geht heute zu Ende. 

Nach dem Willen des grünen Verkehrsminister in Baden-Württemberg, soll ab morgen eine GmbH dort fahren, die einer ausländischen Holding gehört. Der Ausverkauf deutscher Unternehmen setzt sich nahtlos fort. Während der Corona Krise wurden vermutlich bereits vielen die Augen geöffnet, über Vorgänge, die unsere Politiker verzapft haben. Alles wurde in fremde Hände abgegeben und uns selber fehlten wichtige Materialien.

Und so fährt künftig ein Verkehrsunternehmen, welches bei Halle große Schwierigkeiten hatte, welches in NRW auf allen ihren dort betriebenen Linien negativ in den Schlagzeilen ist. Ein Unternehmen welches auch in Baden-Württemberg Subunternehmer braucht um fahren zu können.

Daher fahren heute die letzten schönen Doppelstock RE, mit einer Lok der BR147, zwischen Tübingen und Stuttgart.

BR147

RE mit 147

Beinahe symbolträchtig zieht der RE der Neckar-Alb-Bahn unter mir vorbei

BR147

Das war’s dann wohl  🙁

Was bringt der Juni 2020

Was bringt der Juni 2020 ?

Also mir, an Ereignissen.

Seit heute ist das Fitnessstudio wieder geöffnet. Freut mich. Nach mehr als 2 Monaten wieder ins Training. Zumindest theoretisch.  Denn Mitte letzter Woche habe ich mir eine Entzündung an der Schulter eingefangen. Ihr kennt das sicherlich auch. So ein stechender Schmerz wenn man den Arm bewegen will. Man kann nichts richtig anheben, ziehen oder drücken. Schmerzt bei jeder Bewegung. Der Arm kann nicht so belastet werden, wie man es möchte. Verbleibt nur kühlen, einschmieren und Geduld haben.

Urlaub:

Der Jahresurlaub steht an. Drei Wochen im Juni. Wäre ja eigentlich die ideale Zeit um zu verreisen. Vorsaison, günstige Preise, wenig Touristen unterwegs.

Aber wohin ? Ist ja grad mal sinnlos irgendwohin zu reisen. “Shice” Corona. Kann man gleich zu Hause bleiben. Da ist es auch schön.

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Radfahren, wandern, Grill anwerfen.

Apropos Radfahren. Um größere Radtouren zu machen, auch mehrtägige, wäre es schön, wenn die Pensionen im Umkreis von 200 bis 300 km nicht ihre Preise verdoppelt hätten. Und außerdem möchte scheinbar keiner mehr Radfahrer haben, die nur 1 Nacht bleiben. Die Gasthäuser und Pensionen nutzen das natürlich aus, dass viele in Deutschland bleiben und die Preise entlang der Radwanderstrecken haben deutlich angezogen. Na denn, ohne mich. Manchen wir eben Tagestouren und übernachten zu Hause.

Corona Regeln: Jeden Tag blicke ich noch weniger durch, was gerade erlaubt ist, empfohlen wird oder noch verboten ist. Da muss man sich nicht wundern, weshalb insbesonders Leute bei denen intellektuell noch Luft nach oben ist, sich nicht mehr an ein Mindestmaß an Schutz vor und gegen Corona halten.

Personennahverkehr:

Ab dem 15. Juni gibt es weitere einschneidende Veränderungen auf der Schiene rund um Stuttgart bis Tübingen. Unser Verkehrsminister hat das holländische Unternehmen Abellio mit den Zugfahrten beauftragt. Ein Unternehmen welches bereits an mehreren Standorten in Deutschland tätig ist. Bei Halle hat das Unternehmen wohl nicht gerade geglänzt. In NRW wurden sie erst kürzlich für die Leistungen auf allen 4 Linien getadelt. Den RE1 bekommen sie zum Teil wieder weggenommen und ein anderer Anbieter wird fahren. Jetzt frage ich mich, weshalb sollte es in Baden-Württemberg anders sein ? Oder was soll daran an deren Leistung  besser sein ? Der DB hat man vorgeworfen, sie würde mit altem Material herumfahren. Na dann wartet mal ab, womit Abellio fahren wird.  🙂

Wobei sie nichts dafür können, dass sie ihre bestellten Fahrzeuge nicht bekommen. Aber wer meint, man müsse bei einem kanadischen Unternehmen bestellen, welches seit 2013 am Tropf des kanadischen Staates hängt, damit man nicht insolvent ist….

Es wird ein interessanter Juni 2020. Davon bin ich überzeugt.

Corona Tagebuch

Wieder arbeiten gewesen. Meine Woche blockfrei ist vorbei.

Meine Schicht verlief wie eine Regelschicht. In Baden-Württemberg fährt Regio mit einem Notfahrplan. Dieser soll sicherstellen, dass verlässlich Züge fahren und das verbliebene Personal ausreicht, dies zu bewerkstelligen. Es sind ja nicht nur Lokführer involviert, sondern Werkstattpersonal, Reinigung, Ersatzteillieferungen und vieles mehr ist ja bekanntlich ausgedünnt. Das liegt nicht nur an den Bahnen, sondern auch an Dritten, wie Zulieferbetriebe.

Aber wie bereits erwähnt, meine Schicht war nicht ausgedünnt.

Es sind wohl auch nur Leute unterwegs, bei denen es nicht anders geht. Insgesamt sehr ruhig.

Und während ich in Hochdorf warten muss, fährt doch tatsächlich eine Stadtbahn aus Karlsruhe auf dem Nachbargleis ein.

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Fern der Heimat, fährt die Stadtbahn durch den Schwarzwald, über Freudenstadt nach “ich  weiß nicht wohin.”

So wurde es vom Land Baden-Württemberg bestellt.

Zu meiner mitgeführten Grundausstattung gehört mittlerweile ein kleines Fläschchen mit verdünntem Clorix.  Damit ich gegebenenfalls eine Fläche abwischen kann. Einweghandschuhe, ein paar Papierhandtücher, ein kleines Pumpspray  Desinfektionsmittel für die Hände und einen Mundschutz. Den trage ich aber noch nicht.

Vesper und Mineralwasser schleppe ich auch mehr als gewohnt mit. Wo sollte ich unterwegs noch was kaufen können oder in der Pause hingehen um einen Kaffee zu trinken.

Alles etwas umständlich zur Zeit.

Bleibt gesund.

Investitionen in das Schienennetz

In einer interessanten Dokumentation habe ich gesehen, wie hoch der Unterschied der Investitionen in das Schienennetz zwischen Deutschland und der Schweiz  ist.

Die Schweiz investiert pro Jahr und Einwohner 365,- € in ihre Schieneninfrastruktur.

Deutschland investiert pro Jahr und Einwohner 78.- € in seine Schieneninfrastruktur.

Investitionen in die Infrastruktur sind Sache des Bundes. Dieser gibt jedoch lieber Geld aus für Unfug wie Oberleitungen über Autobahnen. Sogar für 5000 Kilometer soll dafür Potenzial bestehen. (Rettungshubschrauber landen dann dort übrigens nicht mehr).

Der Verkehrsminister investiert somit in “neue Erfindungen” die wir jedoch schon längst haben. Dem Transport unter Fahrdraht.

Für einen Güterzug müssen mal locker 30 Lkw auf die Straße.

So viel zum Thema dieser Regierung in Sachen Umweltschutz und Zukunft. Da kann es noch so viele Friday for Future Demos geben. Lobbyarbeit der Volksvertreter wird immer Vorrang haben, vor dem was die Wähler wollen.