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Halber Staatsakt um Trauerfeier Enke

Die Trauerfeier um den Torwart Robert Enke scheint in seinen Ausmaßen ein halber Staatatsakt gewesen zu sein. Selbstverständlich respektiere ich die Entscheidung seines frei gewählten Todes. Stelle mir aber gleichzeitig ein paar Fragen, die jetzt nicht nur den Torwart Enke betreffen, sondern alle die sich vor einen Zug legen wollen.

Bitte nur die weiterlesen, die nicht besonders empfindlich sind, weil das sind schon auch ein paar sehr heftige Fragen dabei. Ohne dass ich jetzt die Pietät verletzen will, versuche ich ein paar Dinge ganz realistisch zu betrachten.

Mit welchem Recht erlaubt sich ein Selbstmörder andere mit in sein Unglück zu reißen ? Kann man da nicht einen Freitod wählen, der andere Menschen, die nie was mit ihm zu tun hatten, außen vor lassen ?

Wie geht es dem Lokführer ? Wie hat er das erlebt ? Wie geht es ihm während er beobachtet was für ein Staatsakt um Enke gemacht wird ? Und er, der Lokführer kann nicht mehr schlafen ? Sieht Enke vielleicht direkt vor sich und wie er von der Lok zermatscht wird. Hat der Lokführer Alpträume ? Ist er nur nach am kotzen weil er die Bilder vor Augen nicht mehr gelöscht bekommt ?

Was ist mit den anderen Reisenden ? Haben die ihre Anschlüsse bekommen, oder ihren Geschäftstermin oder ihren wohl verdienten Feierabend ? Wie lange mussten Hunderte andere wegen einer einzigen Person warten ?

Was ist mit den Rettungskräften, welche Leichenfetzen am Bahndamm zusammen sammeln ? Wie fühlen die sich wenn sie jemanden einsammeln, der in hundert Stücke zerissen ist ? Wird da alles gefunden ? Ist es so erstrebenswert, dass die Reste die irgendwo noch herum liegen von Vögeln gefressen werden ?

Wer kratzt eigentlich die Fleischfetzen von der Lok ? Hat so ein potenzieller Selbstmörder schon mal darüber nachgedacht ? Ist es erstrebenswert wenn die Hirnreste mit Kaltreiniger eingesprüht, mit dem Dampfstrahler weggespritzt und dann im Ölabscheider landen ? Oder hat jemand eine andere Idee wie die anhaftenden Leichenkleinteile und das verspritzte Blut sonst entfernt werden könnten ? Bitte um Vorschläge von denen die es vielleicht besser wissen.

Hat jemand von den Selbstmördern darüber nachgedacht, dass ein Lokführer durch ein Trauma vielleicht arbeitsunfähig wird und in Rente geht ? Seine Familie und seine Kinder haben dadurch enorme finanzielle Einbußen und muss vielleicht mit einem Vater leben, der ein Trauma nicht mehr verarbeiten kann ?

Schon mal darüber nachgedacht, wer das bezahlt ? Glauben denn die Selbstmörder ihre eigene Familie bekommt das Geld so ohne weiteres aus den Versicherungen des Selbstmörders ? Zuerst sind nämlich die Kosten für die Einsatzkräfte zu bezahlen. Dann womöglich das Schmerzensgeld und der Arbeitsausfall des Lokführers. Was glauben eigentlich die Selbstmörder wie teuer das erst wird, wenn der Lokführer in Rente muss ? Glaubt da irgend jemand wirklich daran, dass dieses Geld nicht beim Verursacher (Versicherung des Selbstmörders) geholt wird ?

Wenn jemand den Freitod wählt, weil seine Angst und Verzweiflung vor dem Leben zu groß ist, dann soll er doch bitte auch mal daran denken, dass er einen großen Schaden finanzieller und persönlicher Art verursacht, wenn er sich vor einen Zug legt.