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Eltern sind nicht traurig, wenn Kinder ausziehen

Um den jungen Menschen mal den Zahn zu ziehen, den sie überall auf den Erziehungs- und Psychologieseiten lesen :

Tasche ist : Es ist unwahr, wenn dort behauptet wird, die Eltern seien traurig, weil deren Kinder ihre eigene Wohnung suchen und zu Hause ausziehen.

Ich habe den Eindruck, dass diese Behauptungen, man wäre als Eltern traurig, eher für den Nachwuchs und deren Selbstwertgefühle geschaffen wurden.

Ganz im Gegenteil. Es geht Eltern richtig gut, wenn die Kids draußen sind. Man macht zwar keine Freudensprünge, aber es ist absolut in Ordnung.

Irgendwann müssen die jungen Leute mal erwachsen werden und auf eigenen Beinen stehen.

Der eine früher, der andere später.

Ich selbst bin auch mit 18 Jahren schon ausgezogen. Da war kein Stress, Streit oder sonst etwas. Es war schlichtweg der Drang nach Freiheit und Unabhängigkeit.

Man versteht dann jedoch recht schnell, dass man auch in der eigenen Wohnung oder WG in Abhängigkeiten lebt und gar nicht so frei ist, wie man es sich das als Jugendlicher in seine Erwartungen ausgemalt hat. Aber egal, man entwickelt sich dann ziemlich schnell weiter, erkennt dass das Hotel Mama schon ziemlich komfortabel war und findet man seinen Weg, den man gehen möchte.

Für die Eltern ergeben sich durch den Auszug neue Möglichkeiten. Das ehemalige Kinderzimmer kann man anderweitig nutzen. Das Bett wird zum Gästebett. Die übrigen Möbel entsorgt man eventuell. Das Zimmer wird komplett renoviert. Neue Möbel nach eigenem Geschmack rein. Und so schafft man sich zusätzlich Platz für die eigenen Bedürfnisse.

Wir haben ein Gästezimmer daraus gemacht, mit einer gemütlichen Leseecke und einer Schreibtischplatte, dass man den Raum auch als Homeoffice nutzen kann.

Und falls das Kind zu Besuch kommt, kann es natürlich dort auch übernachten.

Selbstverständlich achtet man als Eltern trotzdem darauf, dass der Nachwuchs in seiner neuen Wohnung oder WG nicht scheitert. Den Kontakt darf man nicht abreissen lassen. Und auch Hilfen im Alltag leistet man, wenn man danach gefragt wird. Oder man bietet diese Hilfen an, sei es gemeinsames einkaufen, Hemden waschen oder mal etwas reparieren.

Wichtig ist jedoch, dass man die Entscheidung des Kindes auf eigenen Beien stehen zu wollen, akzeptiert und respektiert

Aber wie gesagt, man ist weder glücklich noch traurig darüber, wenn der volljährige  Nachwuchs aus der elterlichen Wohnung auszieht. Es ist in Ordnung. Nicht mehr oder weniger.